Apotheken-Streik: Warum tausende Filialen am Montag geschlossen bleiben
Sebastian KönigApotheken-Streik: Warum tausende Filialen am Montag geschlossen bleiben
Tausende Apotheken in ganz Deutschland werden am Montag ihre Türen schließen – als Teil eines bundesweiten Protests. Die Inhaber fordern höhere Abgabegebühren und bessere Unterstützung für stationäre Fachgeschäfte vor Ort. Durch die eintägige Schließung entgeht jedem Betrieb ein Umsatz von bis zu 12.000 Euro.
Susanne Bormann, die eine Apotheke in Blankenburg führt, rechnet mit Verlusten in Höhe mehrerer tausend Euro sowie 75 nicht abgegoltenen Arbeitsstunden ihres Teams. Trotz der finanziellen Einbußen hält sie den Protest für unverzichtbar, um auf die Notlage der Branche aufmerksam zu machen. Für sie überwiegt die Botschaft an die Politik – insbesondere zur Bedeutung der Apotheken in der Patientenversorgung – den vorübergehenden Verlust.
In Haltern am See erwartet Jörn Graé von der Sixtus-Apotheke, dass sich ein Teil der Umsätze auf die Tage vor und nach der Schließung verlagert. Seine Fixkosten in Höhe von etwa 1.800 Euro laufen dennoch weiter – selbst bei geschlossenen Türen. Dennoch ist er überzeugt, dass mögliche langfristige Erfolge, wie höhere Gebühren, die akuten finanziellen Nachteile aufwiegen.
Nicht alle Apothekeninhaber befürchten hohe Verluste. Eine Apotheke in Rheinland-Pfalz nutzt den Tag für einen Teamausflug und geht von nur minimalen Umsatzeinbußen aus. Gerrit Nattler, Leiter der Elisana-Apotheke in Dorsten, räumt zwar die kurzfristige Belastung ein, betont aber, dass Handlungsbedarf besteht. Ohne Proteste, warnt er, würden sich die Probleme der Branche weiter verschärfen.
Der Streik wird zu flächendeckenden Schließungen führen – jeder beteiligte Betrieb verzichtet damit auf einen kompletten Tageseinnahme. Die Inhaber hoffen, dass die Aktion die Politik zum Handeln bewegt und ihre Forderungen ernst genommen werden. Das Ergebnis könnte die zukünftige Finanzierung und Förderung lokaler Apotheken maßgeblich prägen.






