Apotheker protestieren bundesweit: Am 23. März bleibt die Tür zu
Apotheker in ganz Deutschland bereiten sich auf große Proteste am 23. März vor
Tausende Apotheken in Deutschland werden am 23. März ihre Türen schließen, um gegen jahrelange finanzielle Belastungen und stagnierende Vergütungssätze zu protestieren. Die Aktion ist Ausdruck wachsender Frustration über steigende Kosten und was Beschäftigte als ungerechte Erstattungsregelungen bezeichnen.
Sebastian Berges, Inhaber zweier TGL-Nordrhein-Apotheken, wird beide Standorte für den Protesttag schließen. Die aktuelle Erstattung von 9,50 Euro pro Rezept bezeichnete er als "kaum mehr als ein Almosen" – bereits vor drei Jahren hätten 12 Euro nötig gewesen, um mit der Inflation Schritt zu halten. Seine Mitarbeiter unterstützen die Aktion voll und ganz, was Berges als Zeichen einer "hohen Handlungsbereitschaft in der gesamten Branche" wertet.
Berges warnte, dass Existenzgrundlagen, Arbeitsplätze und die Versorgung von Patientinnen und Patienten auf dem Spiel stünden. Er rief alle Beschäftigten auf, sich Gehör zu verschaffen, über die Probleme mit Freundinnen, Freunden und Familie zu sprechen und sich an Politiker zu wenden. Seine Sorgen decken sich mit denen von ABDA-Präsident Thomas Preis, der darauf hinwies, dass sich die Gewinne in den letzten 10 bis 15 Jahren halbiert hätten.
Preis erwartet eine breite Beteiligung an den Protesten, mit Kundgebungen und Schließungen in mehreren Städten. Der 23. März solle ein "sichtbares Signal" für die wirtschaftliche Notlage der Branche setzen. Seit 2013 sind die Vergütungssätze bei 8,35 Euro pro Packung eingefroren – trotz stark gestiegener Betriebskosten. Über die Proteste hinaus wurden bisher keine weiteren Forderungen oder Maßnahmen bekannt gegeben.
Ziel der Aktion ist es, höhere Erstattungssätze und faire Löhne für Apothekenmitarbeiter durchzusetzen. Mit bereits zugesagter breiter Unterstützung hoffen die Organisatoren, dass die Schließungen und Demonstrationen eine Reaktion auf die langjährigen finanziellen Herausforderungen erzwingen. Das Ergebnis könnte die kommenden Tarifverhandlungen und Förderentscheidungen in der Branche prägen.