Arnsberg diskutiert Umbenennung der Kardinal-Jaeger-Straße nach Missbrauchsvorwürfen
Niklas SchmitzArnsberg diskutiert Umbenennung der Kardinal-Jaeger-Straße nach Missbrauchsvorwürfen
In Arnsberg könnte eine nach dem verstorbenen Erzbischof Lorenz Jaeger benannte Straße umbenannt werden. Anlass ist eine Missbrauchsstudie, die Jaeger mit Vertuschungen während seiner Amtszeit als Leiter des Erzbistums Paderborn in Verbindung bringt. Lokale politische Gruppen treiben die Umbenennung nun voran und laden die Bürgerinnen und Bürger ein, ihre Meinung zu äußern.
Lorenz Jaeger war von 1941 bis 1973 Erzbischof von Paderborn. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass sowohl er als auch sein Nachfolger, Erzbischof Degenhardt, in die Vertuschung von Missbrauchsfällen im Bistum verwickelt waren. Diese Erkenntnisse haben Forderungen laut werden lassen, seinen Namen aus dem öffentlichen Raum zu entfernen.
In Arnsberg schlagen SPD und CDU gemeinsam vor, die Kardinal-Jaeger-Straße im Stadtteil Neheim umzubenennen. Für den 20. April ist eine Bürgerversammlung geplant, bei der Anwohnerinnen und Anwohner Vorschläge für einen neuen Straßennamen einbringen können. Beide Parteien betonen, wie wichtig es ist, die Gemeinschaft in die Entscheidung einzubinden.
Ähnliche Diskussionen gibt es in Werl und Wenden, wo ebenfalls Straßen nach Jaeger benannt sind. Dort könnten die Anwohner jedoch auf administrative Hürden stoßen, falls es zu einer Umbenennung kommt. Die Stadt Olpe hat bereits gehandelt: Ihr katholisches Jugendzentrum wurde 2023 umbenannt.
Aktuelle Recherchen zeigen, dass es in Nordrhein-Westfalen keine weiteren Straßen oder Einrichtungen gibt, die nach Jaeger benannt sind. Der Fokus liegt weiterhin auf Arnsberg, wo der SPD-Antrag explizit auf die dokumentierten Verfehlungen des früheren Erzbischofs verweist.
Das weitere Vorgehen in Arnsberg hängt von der Beteiligung der Bürger ab. Die Versammlung am 20. April markiert einen wichtigen Schritt. Wird die Umbenennung beschlossen, soll der neue Straßenname die Wahl der Gemeinschaft widerspiegeln. Andere Städte mit nach Jaeger benannten Straßen könnten folgen – doch bürokratische Hindernisse könnten den Prozess verzögern.






