19 March 2026, 10:03

Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen Dürer-Hasen und Knödelwerfer

Eine Gruppe von Menschen in traditioneller bayrischer Tracht marschiert die Straße entlang, spielt Instrumente und trägt Taschen, mit Bäumen, Gebäuden und einem geparkten Fahrzeug im Hintergrund.

Wenn es grün ist, hoppeln Sie weiter - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen Dürer-Hasen und Knödelwerfer

Mehrere bayerische Städte ersetzen klassische Fußgängerampeln durch lokale Kultursymbole

Die Umstellung hat eine Debatte über Verkehrssicherheit und gestalterische Einheitlichkeit ausgelöst. Während einige Kommunalverwaltungen die thematischen Ampeln vorantreiben, zeigen sich die regionalen Behörden zurückhaltend.

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Nürnberg installierte kürzlich eine Ampel mit Albrecht Dürers "Feldhasen" – ohne vorherige Genehmigung der Landesregierung. Die Stadtverantwortlichen argumentieren, sie seien allein für den Betrieb und mögliche Unfälle verantwortlich. Dies folgt früheren Beispielen wie der Augsburger "Kasperl"-Figur, für die eine Sondergenehmigung der Regierung von Schwaben erforderlich war.

Hof scheiterte zunächst mit seinem Entwurf eines "Wärschtlamo" (Wurstverkäufers) an Bedenken zur Verkehrssicherheit, erhielt später aber doch die Zustimmung. Dachau hingegen führte Figuren in traditioneller bayerischer "Tracht" ein und plant nach positiver Resonanz der Bürger weitere Motive. Die Kosten für Schablonen und Design beliefen sich bisher auf 300 Euro.

Auch andere Städte springen auf den Trend auf: Deggendorf zeigt eine Frau, die Knödel wirft, München verfügt über drei "Pumuckl"–Ampeln, und Straubing präsentiert "Bruder Straubinger". Über Bayern hinaus haben seit 2017 mindestens acht deutsche Städte – darunter Friedberg, Hameln und Osnabrück – ähnliche Designs übernommen.

Das bayerische Innenministerium lehnt individuelle Ampelsymbole ab und warnt, dass ungewöhnliche Darstellungen Fußgänger verwirren könnten. Es betont die Notwendigkeit sofort erkennbarer Zeichen für die Verkehrssicherheit.

Trotz offizieller Vorbehalte verbreiten sich die thematischen Ampeln weiter in Bayern und Deutschland. Während Städte wie Dachau und Hof ihre Entwürfe ausbauen, pochen die Behörden auf standardisierte Signale zur besseren Verständlichkeit. Die Diskussion spiegelt den Konflikt zwischen regionaler Identität und einheitlichen Sicherheitsvorgaben wider.

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