Bergisch Gladbach droht 50-Millionen-Defizit – Steuern oder Sparpaket?
Sebastian KönigBergisch Gladbach droht 50-Millionen-Defizit – Steuern oder Sparpaket?
Bergisch Gladbach steht vor wachsenden finanziellen Herausforderungen: Die Stadt gibt deutlich mehr aus, als sie einnimmt. Der Haushaltsentwurf für 2026 sieht ein geplantes jährliches Defizit von rund 50 Millionen Euro vor. Stadtkämmerer Thore Eggert hat die Lage nun in einem Workshop der BürgerAkademie dargelegt und warnt vor schwierigen Entscheidungen in der nahen Zukunft.
Der städtische Finanzplan – ein 500-seitiges Dokument – wird normalerweise noch vor Jahresende vom Stadtrat verabschiedet. Diesmal verzögern sich die Beratungen jedoch wegen der Kommunalwahlen. Die Einreichung des Haushalts und die Fraktionsverhandlungen wurden verschoben; die endgültige Abstimmung ist nun für den 24. März angesetzt.
Der Großteil der Ausgaben ist fest verplant, sodass kaum Spielraum für Kürzungen bleibt. Die größten Posten entfallen auf Sozialleistungen und steigende Personalkosten, die durch Tariferhöhungen getrieben werden. Eggert schlägt vor, die Grund- und Gewerbesteuern zu erhöhen, um jährlich zusätzliche 4 Millionen Euro einzunehmen. Ohne diese Anpassung könnte die Stadt gezwungen sein, ein Haushaltskonsolidierungsprogramm aufzustellen.
Trotz der angespannten Finanzlage hat Bergisch Gladbach für 2026 Investitionen in Höhe von 126 Millionen Euro eingeplant. Die Mittel fließen in Schulen, Straßen, Kinderbetreuungseinrichtungen und die Umgestaltung des Industriegeländes Zanders. Eggert, der als parteiloser Stadtrat amtiert, betonte, dass die Komplexität des Haushalts es Bürgerinnen und Bürgern ohne Fachwissen schwer mache, die Zusammenhänge zu durchdringen.
Nun muss die Stadt entscheiden: Steuern erhöhen oder strengere finanzielle Auflagen in Kauf nehmen. Da die Wahlen den üblichen Abstimmungsprozess verzögert haben, wird der Rat Ende März über den Haushalt befinden. Das Ergebnis wird die Ausgaben- und Investitionspläne Bergisch Gladbachs für das kommende Jahr prägen.