Bonn testet KI-Kameras in Sporthallen – Datenschützer warnen vor Risiken
Niklas SchmitzBonn testet KI-Kameras in Sporthallen – Datenschützer warnen vor Risiken
Bonn testet Kameras in Sporthallen – Datenschutzbedenken bleiben
Bonn hat ein Pilotprojekt gestartet, bei dem in zwei Sporthallen Kameras eingesetzt werden, um die Nutzungsdauer zu erfassen. Das System nutzt niedrig aufgelöste Bilder und künstliche Intelligenz, um Besucherzahlen zu ermitteln. Doch einige Vereine und Eltern äußern Bedenken hinsichtlich Privatsphäre und Sicherheit.
Die in den Hallen installierten Kameras arbeiten mit einer Auflösung von nur 160 x 90 Pixeln. Sie zeichnen weder Bilder noch Videos auf, und es werden keine personenbezogenen Daten gesammelt oder gespeichert. Stattdessen analysiert die KI die Signale, um Nutzungsstatistiken zu erstellen – eine Hilfe für die Stadt, um die Hallenbelegung besser zu planen.
Das Projekt knüpft an ein ähnliches System an, das bereits in einer anderen Bonner Sporthalle im Einsatz ist. Seit 2023 testen auch vier weitere deutsche Städte – Wolfsburg, Osnabrück, Paderborn und Braunschweig – KI-gestützte Kameras in öffentlichen Sporteinrichtungen für denselben Zweck.
Trotz dieser Maßnahmen bleiben einige Sportvereine, darunter Rot-Weiß Bonn Röttgen, skeptisch. Besonders Eltern jüngerer Kinder zeigen sich besorgt und fürchten, dass unbefugt Aufnahmen ihrer Kinder im Internet landen könnten. Die Stadt bietet an, die Technik den Vereinen zu erklären, schließt aber eine rechtliche Auseinandersetzung mit Rot-Weiß Bonn Röttgen nicht aus.
Das Projekt wurde von der Bonner Rechtsabteilung und dem Datenschutzbeauftragten genehmigt. Die Kameras dienen ausschließlich der Auslastungsmessung und filmen weder Sportler während des Trainings noch bei Wettkämpfen. Die Stadtverwaltung wird die Bedenken weiter aufgreifen, während der Testlauf fortgesetzt wird.






