27 April 2026, 20:03

Brasiliens Öl-Auktion im Amazonas entfacht weltweite Klimakritik und juristische Kämpfe

Eine Gruppe von Menschen mit Masken und Schildern protestiert auf einer Straße, umgeben von Fahrzeugen, Bäumen, Gebäuden und Texttafeln, mit dem Himmel im Hintergrund.

Brasiliens Öl-Auktion im Amazonas entfacht weltweite Klimakritik und juristische Kämpfe

Brasiliens jüngste Versteigerung von fossilen Brennstoffen löst Empörung aus

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Die jüngste Auktion Brasiliens für die Erschließung fossiler Brennstoffe hat bei Umweltschutzgruppen und indigenen Führern scharfe Kritik ausgelöst. Die Regierung bot 172 Erdöl- und Erdgasblöcke zur Exploration an – darunter auch Gebiete im Amazonasgebiet –, trotz rechtlicher Herausforderungen und Warnungen vor ökologischen Schäden. Kritiker werfen der Regierung vor, damit die klimapolitischen Verpflichtungen des Landes zu untergraben, nur ein Jahr vor der Ausrichtung der Weltklimakonferenz COP30.

Am 17. Juni 2025 veranstaltete die nationale Agentur für Erdöl, Erdgas und Biokraftstoffe (ANP) eine große Versteigerung von Förderrechten. Von den 172 Blöcken lagen 68 im brasilianischen Amazonasgebiet, davon 47 an der Mündung des Amazonas. Am Ende wurden 19 Blöcke mit einer Fläche von 16.312 km² Meeresgebiet an internationale Konzerne vergeben, darunter Chevron, CNPC, ExxonMobil und Petrobras.

Die Versteigerung erfolgte ohne die vorgeschriebene freie, vorherige und informierte Zustimmung der indigenen und traditionellen Gemeinschaften. Dieses Vorgehen verstößt gegen die ILO-Konvention 169, die eine Konsultation der betroffenen Gruppen vorschreibt. Zudem wurde zuvor keine Umweltverträglichkeitsprüfung der Sedimentgebiete (AAAS) durchgeführt, was Bedenken hinsichtlich unkontrollierbarer ökologischer Risiken aufkommen lässt.

Indigene Führer und Aktivisten verurteilten die Entscheidung umgehend. Häuptling Jonas Mura vom Volk der Mura warnte, die Auktion werde Zerstörung, Verschmutzung, Armut und Krankheiten in den Amazonas bringen. Gisela Hurtado von Stand.earth bezeichnete sie als direkte Bedrohung für indigene Territorien und einen Bruch des Pariser Abkommens. Auch die Bundesanwaltschaft Brasiliens reichte eine einstweilige Verfügung ein und verwies auf Verfahrensmängel und eine unzureichende Folgenabschätzung.

Umweltschützer betonen, dass die Versteigerung Brasiliens Glaubwürdigkeit als Klimavorreiter untergräbt. Da das Land 2026 die COP30 ausrichten wird, sende die Regierung damit widersprüchliche Signale an die internationale Gemeinschaft. Statt die Förderung fossiler Brennstoffe auszubauen, fordern Kritiker eine konsequente Wende hin zu erneuerbaren Energien.

Die Auktion vertieft die Spannungen zwischen Brasiliens Energiepolitik und seinen Klimazielen. Indigene Gemeinschaften sehen sich nun erhöhten Risiken für ihre Territorien ausgesetzt, während Umweltschützer vor langfristigen Schäden für den Amazonas warnen. Zwar laufen noch rechtliche Kämpfe, doch die Konzessionen wurden bereits an einige der größten Ölkonzerne der Welt vergeben.

Quelle