Bundesweiter Apotheken-Warnstreik am 23. März droht mit Versorgungsengpässen
Matteo BöhmBundesweiter Apotheken-Warnstreik am 23. März droht mit Versorgungsengpässen
Apotheken in ganz Deutschland schließen am 23. März 2023 zu bundesweitem Warnstreik
Auch in Mönchengladbach bleiben am 23. März 2023 die Apotheken geschlossen – als Teil eines landesweiten Protests. Hintergrund sind wachsende finanzielle Belastungen, die viele Betreiber zwingen, ihre Türen für immer zu schließen. Statistisch verschwindet derzeit alle 20 Stunden eine Apotheke. Patienten werden aufgefordert, sich vorzubereiten, indem sie Rezepte frühzeitig einlösen und Notdienst-Öffnungszeiten prüfen.
Der Streik ist der vorläufige Höhepunkt jahrelanger wirtschaftlicher Not. Seit 2016 hat sich die Zahl der Apotheken in Deutschland um etwa 18 Prozent verringert – von rund 20.600 auf voraussichtlich weniger als 17.000 im Jahr 2025. Allein in Mönchengladbach schlossen seit 2016 fünfzehn Standorte, sodass nur noch 49 übrig sind. Besonders dramatisch wurde die Entwicklung unter der Ampel-Regierung: Zwischen 2021 und 2025 stellten 1.600 Apotheken den Betrieb ein, darunter 461 im Jahr 2022 und Rekord-578 im Jahr 2024.
Apotheker verweisen auf gestiegene Betriebskosten, die sich innerhalb von 13 Jahren um etwa 65 Prozent erhöhten, während die Festbeträge für verschreibungspflichtige Medikamente lediglich um 3 Prozent stiegen. Sie fordern nun eine Anhebung der Abgabepreise von derzeit 8,35 Euro auf 9,50 Euro pro Position. Zentrale Kundgebungen finden in Berlin, Düsseldorf, Hannover, München und Mönchengladbach statt. Notdienst-Apotheken bleiben an ausgewählten Standorten geöffnet.
Patienten sollten sich frühzeitig organisieren. Wer auf dringende Medikamente angewiesen ist, sollte prüfen, welche Apotheken in Mönchengladbach und im benachbarten Korschenbroich während des Streiks geöffnet haben.
Der eintägige Ausstand könnte zwar kurzfristig die Arzneimittelversorgung beeinträchtigen. Doch die Apotheker hoffen, damit eine bessere Finanzierung durchzusetzen und das Sterben der Apotheken zu bremsen. Ohne Kurskorrektur droht der Schwund weiterzugehen – mit Folgen für die flächendeckende Versorgung im ganzen Land.






