Düsseldorfer Ausstellung ehrt vergessene jüdische Pioniere der Industriegeschichte
Sebastian KönigDüsseldorfer Ausstellung ehrt vergessene jüdische Pioniere der Industriegeschichte
Eine neue Ausstellung in Düsseldorf würdigt drei jüdische Unternehmer, deren bahnbrechende Arbeit die industrielle Geschichte der Stadt prägte. Unter dem Titel „Innovativ. Erfolgreich. Jüdisch.“ rückt die Schau Abraham Freundlich, Albert Schöndorff und Ludwig Loewy ins Licht – Pioniere, deren Leistungen unter der NS-Herrschaft fast in Vergessenheit gerieten. Die Ausstellung wurde am 31. Oktober 2024 in der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf eröffnet und ist bis zum 28. September 2025 zu sehen.
Im Mittelpunkt stehen drei Männer, deren Erfindungen und Unternehmen Düsseldorf nachhaltig veränderten. Abraham Freundlich, ein Autodidakt im Ingenieurswesen, revolutionierte zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Kältetechnik. Albert Schöndorff begann 1890 mit einer Bettfabrik, bevor er zu einer Schlüsselfigur im Straßenbahnbau aufstieg. Ludwig Loewy hingegen formte das Düsseldorfer Unternehmen Schloemann zu einem führenden Hersteller hydraulischer Pressen, ehe er 1936 nach Großbritannien floh.
Trotz ihrer Verdienste versuchte das NS-Regime, ihr Erbe auszulöschen und ihre technischen Fortschritte als eigene Leistungen umzudeuten. Jahrzehnte später setzt die Ausstellung nun ein Zeichen der Wiederherstellung – kuratiert von Hildegard Jakobs und gestaltet vom Düsseldorfer Büro Ullrich. Unterstützt wird das Projekt von Förderern wie der Familie Richard Markus, der Dr.-Edmund-Spohr-Familienstiftung und der Industrie- und Handelskammer.
Der Eintritt ist frei, Gruppenführungen sind nach vorheriger Anmeldung möglich. Die Veranstalter hoffen, dass die Geschichten dieser Unternehmer dauerhaft im kollektiven Gedächtnis Düsseldorfs verankert bleiben.
Fast ein Jahr lang bietet die Schau Einwohnerinnen und Besuchern die Gelegenheit, drei Persönlichkeiten kennenzulernen, die die moderne Industrie mitgeprägt haben. Indem sie ihre Innovationen hervorhebt, stellt die Ausstellung Jahrzehnte historischer Verdrängung entgegen. Der Besuch ist kostenlos, und für alle, die tiefer einsteigen möchten, können Führungen organisiert werden.






