29 March 2026, 22:02

Düsseldorfs dunkles Erbe: Wie zwei Anschläge 2000 die jüdische Gemeinde für immer veränderten

Gemälde, das die Belagerung von Dresden im Jahr 1685 zeigt, mit einem Feuer im Wasser und einem Boot voller Menschen, umgeben von Gebäuden, Bäumen und einem Himmel.

Düsseldorfs dunkles Erbe: Wie zwei Anschläge 2000 die jüdische Gemeinde für immer veränderten

Vor 25 Jahren erschütterten zwei brutale antisemitische Anschläge Düsseldorf – die ersten schweren Vorfälle gegen jüdisches Leben in der Stadt seit dem Zweiten Weltkrieg. In der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 2000 versuchten Unbekannte, die Synagoge in Brand zu setzen, während bei einem Bombenanschlag am S-Bahnhof Wehrhahn im Juli desselben Jahres zehn Menschen verletzt wurden, darunter sechs Mitglieder der jüdischen Gemeinde. Diese Ereignisse markierten einen dunklen Moment für die jüdische Bevölkerung der Stadt, dessen Nachwirkungen bis heute spürbar sind.

Der erste Anschlag ereignete sich in der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 2000, als unbekannte Täter Feuer an der Düsseldorfer Synagoge legten. Die Flammen richteten erheblichen Sachschaden an, doch glücklicherweise blieb niemand verletzt. Zwei Männer wurden 2001 wegen ihrer Beteiligung an dem Anschlag verurteilt.

Drei Monate zuvor, am 27. Juli 2000, explodierte eine Bombe am S-Bahnhof Wehrhahn. Zehn Menschen wurden bei der Detonation verletzt, darunter sechs Angehörige jüdischer Gemeinden. Trotz intensiver Ermittlungen blieb der Fall ungelöst. 2017 wurde zwar ein Mann mit Verbindungen zur rechtsextremen Szene im Zusammenhang mit dem Anschlag festgenommen, später jedoch freigesprochen.

Die Anschläge lösten in der Düsseldorfer jüdischen Gemeinde Entsetzen aus. Viele Mitglieder vermeiden es bis heute, sich außerhalb geschützter Räume offen als Jüdinnen oder Juden zu erkennen – aus Angst vor antisemitischer Gewalt. Michael Szentei-Heise, ehemaliger Verwaltungsdirektor der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, hat wiederholt betont, wie wichtig anhaltende Wachsamkeit gegen Hass und Hetze sei.

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In diesem Jahr fällt der Jahrestag des Synagogenanschlags mit Gedenkveranstaltungen für die Opfer des Hamas-Terrorangriffs vom 7. Oktober 2023 zusammen. Die jüdische Gemeinde wird in den kommenden Tagen beider Opfer gedenken.

Bundesweit haben antisemitische Vorfälle in den letzten Jahren dramatisch zugenommen. Allein 2024 wurden 211 Angriffe an NS-Gedenkstätten registriert – fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Im Schnitt kommt es täglich zu 24 antisemitischen Straftaten in Deutschland. Diese Zahlen zeigen, wie sehr sich die Sicherheitslage für jüdische Gemeinden verschlechtert hat.

Die Anschläge von 2000 bleiben für die jüdische Bevölkerung Düsseldorfs ein schmerzhaftes Kapitel. Zwar wurden einige Täter für den Brandanschlag auf die Synagoge verurteilt, doch der Bombenanschlag am Wehrhahn bleibt ungesühnt. Angesichts des wachsenden Antisemitismus in ganz Deutschland ist der Bedarf an Schutz und Aufklärung heute dringender denn je.

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