"Ende Gelände" legt Ruhrgebiet lahm: Tausende blockieren Gasprojekte und Industrieanlagen
Niklas Schmitz"Ende Gelände" legt Ruhrgebiet lahm: Tausende blockieren Gasprojekte und Industrieanlagen
Klimaschutzaktivist:innen der antikapitalistischen Allianz Ende Gelände haben am Freitag im gesamten Ruhrgebiet mehrere Blockaden durchgeführt. Die Proteste richteten sich gegen fossile Gasprojekte, darunter Kraftwerke und Industrieanlagen. Nach Angaben der Organisator:innen beteiligten sich rund 1.500 Menschen an vier koordinierten Aktionen.
In Gelsenkirchen blockierten Demonstrant:innen das Kraftwerk Scholven, wo derzeit der Bau einer neuen Gaseinheit geplant ist. Gleichzeitig störten etwa 200 Protestierende in Mülheim den Schichtwechsel im Stahlwerk Friedrich Wilhelms Hütte des Rüstungskonzerns KNDS, an dem die Bundesregierung mit einer Milliardenbeteiligung einsteigen will.
An anderer Stelle besetzten Aktivist:innen in Mülheim die Gleisanlagen von Europipe, Europas größtem Pipeline-Hersteller. Eine weitere Gruppe bestieg in Bergkamen einen Zug, um gegen ein neues Gaskraftwerk zu protestieren, das von Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) unterstützt wird. In Hamm zogen Demonstrant:innen mit einem Transparent zum Hauptbahnhof und forderten die Enteignung von Energiekonzernen.
Zuvor hatte das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen ein von der Polizei verhängtes Protestverbot für das Kraftwerk Gersteinwerk bestätigt – mit der Begründung, es bestehe die Gefahr zivilen Ungehorsams. Ende Gelände hat gegen den Beschluss beim Oberverwaltungsgericht Münster Berufung eingelegt; eine Entscheidung wird noch für Freitagabend erwartet.
Die Aktionen stehen im Vorfeld einer Großdemonstration am Samstag unter dem Motto „Zukunft statt Gas – Energiewende verteidigen“. Unterstützt von Greenpeace, BUND, Fridays for Future und lokalen Klimagruppen wird die Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg als Rednerin auftreten. Erwartet werden tausende weitere Teilnehmende.
Die Freitagproteste markieren eine koordinierte Offensive gegen den Ausbau fossiler Gasinfrastruktur im industriellen Kernland Deutschlands. Während rechtliche Auseinandersetzungen andauern und weitere Großdemonstrationen geplant sind, wird sich der Konflikt um Protestrechte und Energiepolitik auch am Wochenende fortsetzen. Behörden und Aktivist:innen bleiben in einer Pattsituation.






