16 March 2026, 18:03

Essen ehrt vergessene Pionierinnen und öffnet Archive für die Stadtgeschichte

Das Holocaust-Museum in Houston, Texas, mit einer textbedeckten Wand, Steinen, Gras, Pflanzen, Bäumen, Fahrzeugen auf der Straße und einem Laternenpfahl.

Essen ehrt vergessene Pionierinnen und öffnet Archive für die Stadtgeschichte

Essen ehrt seine Vergangenheit mit zwei Schlüsselfeiern zu lokaler Geschichte und Frauenbeiträgen

Mit einer Gedenktafel für die Pionierpädagogin Nelli Neumann im Oktober 2025 und dem Tag der Archive im März 2026 hat Essen seine Verbundenheit mit der Stadtgeschichte und das Engagement für oft vergessene Persönlichkeiten unterstrichen. Beide Initiativen zeigen, wie die Ruhrmetropole ihr kulturelles Erbe bewahrt und unbekannten Wegbereiterinnen Anerkennung zollt.

Am 1. Oktober 2025 wurde im Haus der Essener Geschichte eine Gedenktafel für Nelli Neumann enthüllt – eine jüdische Mathematikerin und engagierte Förderin der Mädchenbildung in Essen. Die Feier fand in dem Gebäude statt, in dem Neumann einst lebte. Bereits ein Stolperstein an der Ernst-Schmidt-Platz erinnerte an ihr Wirken, doch die neue Tafel vertieft nun die Würdigung ihrer Vorreiterrolle.

Nur wenige Monate später, am 8. März 2026, öffneten das Haus der Essener Geschichte und das Stadtarchiv ihre Türen zum Tag der Archive. Die alle zwei Jahre stattfindende Veranstaltung bot Bürgerinnen und Bürgern exklusive Einblicke in die Archivarbeit und die städtische Geschichtsschreibung. Passend zum Internationalen Frauentag rückte sie das Haus zudem als FrauenOrt – eine Stätte des Frauenkulturerbes – in den Fokus und verband Neumanns Lebensweg mit übergreifenden Themen der Gleichberechtigung.

Oberbürgermeister Thomas Kufen dankte dem Stadtarchiv und lokalen Geschichtsinitiativen für ihr unermüdliches Engagement. Er betonte ihre zentrale Rolle bei der Pflege der Essener Erinnerungskultur und der Zugänglichkeit des reichen historischen Erbes für die Öffentlichkeit.

Die Ehrung Nelli Neumanns und der Tag der Archive haben das Interesse an Essens historischen Persönlichkeiten und Institutionen neu belebt. Solche Projekte sichern, dass Geschichten wie die Neumanns präsent bleiben, während die Archive weiterhin als Wissensquelle für Bildung und Reflexion dienen. Beide Veranstaltungen zeigen: Essen setzt sich kontinuierlich dafür ein, seine Bürgerinnen und Bürger mit ihrer gemeinsamen Vergangenheit zu verbinden.

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