Essen verwandelt drei Plätze für den Klimawandel – mit Bürgerbeteiligung und neuen Konzepten
Matteo BöhmEssen verwandelt drei Plätze für den Klimawandel – mit Bürgerbeteiligung und neuen Konzepten
Essen verwandelt drei seiner öffentlichen Plätze, um sie besser an den Klimawandel anzupassen. Die Stadt schloss sich Anfang 2023 einem Bundesprogramm an und konzentriert sich dabei auf den Marktplatz in Überruhr-Hinsel, den Borbecker Markt und den Giebelplatz auf der Margarethenhöhe. Nach monatelangen Untersuchungen und Bürgerbeteiligung nehmen die konkreten Pläne nun Gestalt an.
Das Projekt mit dem Titel "Raum fürs Klima" startete, als der Essener Stadtrat im Februar 2023 beschloss, an der Bundesinitiative teilzunehmen. Eine Machbarkeitsstudie identifizierte praktische Lösungen, um die Plätze klimaresistenter zu gestalten – etwa durch verbesserte Entwässerung, Beschattung und mehr Grünflächen. Um Fördergelder zu erhalten, musste die Stadt sich zu umfassenden Umgestaltungen verpflichten. Zwei der Plätze – der Marktplatz in Überruhr-Hinsel und der Giebelplatz – werden daher nach einem ehrgeizigeren Entwurf (Variante 2) umgebaut. Der Borbecker Markt hingegen wurde aus dem Projekt genommen, da Befürchtungen bestanden, dass der Verlust von Parkplätzen den lokalen Einzelhandel beeinträchtigen könnte.
Das Projektteam arbeitet eng mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zusammen, um die Ergebnisse der Studie auszuwerten und die nächsten Schritte zu planen. Gleichzeitig sind die Anwohner:innen eingeladen, die Neugestaltung in öffentlichen Versammlungen mitzugestalten. Die erste Veranstaltung fand Anfang Juni in Überruhr statt, eine weitere für den Giebelplatz ist in Kürze geplant. Die Rückmeldungen aus diesen Treffen – zusammen mit den Stellungnahmen von Gremien und der Förderstelle – fließen in die finalen Entwürfe ein.
Essen gehört zu 32 Städten und Gemeinden, die mittlerweile am Bundesprogramm teilnehmen, das ursprünglich mit zwölf Pilotstandorten startete. Andere beteiligte Kommunen haben bereits Maßnahmen umgesetzt, etwa begrünte Dächer in Stuttgart, Kühlzonen in Hamburg oder hochwassersichere Parks in München. Die ersten klimangepassten Projekte in Essen sollen in den kommenden Jahren fertiggestellt werden.
Im Mittelpunkt der Umgestaltungen steht die Anpassung der Plätze an Hitze, Starkregen und andere klimabedingte Herausforderungen. Die Einbindung der Bürgerschaft bleibt dabei ein zentraler Baustein. Bei Erfolg könnten die Veränderungen als Vorbild für andere städtische Räume mit ähnlichen Problemen dienen.
Bauarbeiten sollen im Sommer 2026 nach Genehmigung durch den Ausschuss beginnen
Essen hat offiziell die Umgestaltungspläne für zwei klimaangepasste Plätze genehmigt. Wichtige Entwicklungen sind:
- Der Verkehrsausschuss hat am 29. Januar 2026 die Projekte Marktplatz Überruhr-Hinsel und Giebelplatz genehmigt.
- Im Sommer 2026 sollen die Bauarbeiten an den umgestalteten Flächen beginnen, die verbesserte Entwässerung und Grünflächen enthalten werden.
- Die Projekte zielen darauf ab, Hitzestress und Überschwemmungsrisiken zu reduzieren und gleichzeitig öffentliche Rückmeldungen aus früheren Beratungen zu berücksichtigen.