31 March 2026, 16:02

EU-Kommission legt umstrittene ETS-Reform vor: Chemieindustrie atmet auf

Eine Europakarte mit dem Logo der Europäischen Umweltbehörde in der linken oberen Ecke, die in verschiedenen Grüntönen schattiert ist, um die EU-Regionen anzuzeigen.

EU-Kommission legt umstrittene ETS-Reform vor: Chemieindustrie atmet auf

Die Europäische Kommission wird an diesem Mittwoch erstmals ihre Vorschläge zur Reform des EU-Emissionshandels (ETS) vorstellen. Zu den zentralen Änderungen gehört die dauerhafte Abschaffung der Zertifikatstreichungen im Marktstabilitätsreservoir (MSR). Die Reformen werden zudem Bedenken aus Branchen wie der Chemieindustrie aufgreifen, die seit Langem Anpassungen der Emissionsreferenzwerte fordert.

Die anstehende ETS-Reform folgt auf jahrelange Debatten über die Auswirkungen auf energieintensive Sektoren. Evonik-Chef Christian Kullmann hatte zuvor gefordert, das System entweder komplett abzuschaffen oder grundlegend zu reformieren, um die Industrie besser zu unterstützen. Seine Kritik spiegelte breitere Sorgen über die Wettbewerbsfähigkeit unter den aktuellen Regelungen wider.

Kullmann schloss sich später mit dem EU-Abgeordneten Peter Liese zusammen und verfasste einen Gastbeitrag im Handelsblatt, in dem sie einen pragmatischen Mittelweg forderten. In ihrem Artikel plädierten sie dafür, Klimaziele mit industriellen Realitäten in Einklang zu bringen – eine Haltung, die offenbar den Ansatz Brüssels beeinflusst hat.

Die neuen Vorschläge der Kommission werden nun gezielte Anpassungen für die Chemieindustrie beinhalten. Die Referenzwerte im ETS werden neu justiert, um die Compliance-Kosten zu senken, wobei konkrete Details noch nicht bekannt sind. Die dauerhafte Abschaffung der Zertifikatstreichungen im MSR stellt eine weitere bedeutende Weichenstellung dar, die langfristig die Stabilität der CO₂-Märkte sichern soll.

Die Reformen werden die Art und Weise verändern, wie Industrien ihre Emissionen im Rahmen des ETS steuern. Besonders Chemieunternehmen könnten von den überarbeiteten Referenzwerten profitieren, die die Einhaltungskosten reduzieren sollen. Mit der Vorlage der Kommissionsvorschläge in dieser Woche werden Unternehmen und Politiker bald bewerten müssen, wie die Änderungen ökologische Ziele mit wirtschaftlichen Belangen in Einklang bringen.

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