EU übertrifft 2024 erstmals die Quote für nachhaltige Flugkraftstoffe – doch Streit um eSAF bleibt
Niklas SchmitzEU übertrifft 2024 erstmals die Quote für nachhaltige Flugkraftstoffe – doch Streit um eSAF bleibt
Europas Vorstoß für eine umweltfreundlichere Luftfahrt macht stetige Fortschritte. Neue Zahlen zeigen, dass der Anteil nachhaltiger Flugkraftstoffe im Jahr 2024 auf 2 % gestiegen ist – nach nur 0,6 % im Vorjahr. Dennoch sind Airlines und Regulierungsbehörden uneins, wie schnell die Vorgaben ausgeweitet werden sollten.
Die ReFuelEU-Aviation-Regeln der EU schreiben vor, dass bis 2025 mindestens 2 % des Kraftstoffs an Regionalflughäfen aus nachhaltigen Quellen stammen müssen. Diese Quote soll bis 2030 auf 6 % steigen, wobei ab 2030 synthetische E-Kerosine (eSAF) 1,2 % des Gesamtbedarfs decken müssen – und bis 2035 sogar 5 %.
Ein hochrangiger EU-Vertreter bestätigte kürzlich, dass Europa das 2 %-Ziel für 2025 bereits übertroffen habe. Florian Guillermet, Direktor der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA), teilte diese Zuversicht und erklärte, es gebe keinen Grund, die Vorgaben zu ändern.
Doch nicht alle sind überzeugt. Der Branchenverband Airlines for Europe (A4E) fordert eine Senkung der eSAF-Anforderungen und verweist auf hohe Kosten und begrenzte Verfügbarkeit. Die Europäische Kommission lehnt eine Lockerung der Regeln jedoch ab. Zwar erkennt sie die Bedenken hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit an, doch die Ziele blieben unverändert.
Die EU bleibt bei ihrem Kurs für nachhaltige Kraftstoffe – und liegt mit der frühen Umsetzung sogar über den Erwartungen. Die Airlines kämpfen weiterhin mit Kosten- und Versorgungsproblemen, doch die Behörden zeigen keine Anzeichen, die Anforderungen abzumildern. Nun geht es darum, den Zugang zu grüneren Treibstoffen in den kommenden Jahren weiter auszubauen.






