03 April 2026, 20:03

Europas Autoindustrie verliert global an Boden – Chinas Aufstieg überholt den Kontinent

Eine Liniengraphik, die den Anstieg der Verkaufszahlen von batterieelektrischen Fahrzeugen in Australien zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Europas Autoindustrie verliert global an Boden – Chinas Aufstieg überholt den Kontinent

Europas Anteil an der globalen Automobilproduktion ist in den letzten zwei Jahrzehnten stark gesunken. Im Jahr 2024 entfiel auf die Region nur noch ein Anteil von 18,5 % an der weltweiten Produktion – halb so viel wie im Jahr 2000. Gleichzeitig hat China seine Produktion massiv ausgebaut: Zwischen 2015 und 2024 stieg sie um 30 %, während der Vorsprung vor der EU und Deutschland immer größer wurde.

Besonders hart trifft der Rückgang einige europäische Länder. In Großbritannien, Frankreich und Italien ist die Produktion seit dem Jahr 2000 um mehr als die Hälfte eingebrochen, während Deutschlands Ausstoß allein in den letzten neun Jahren um 29 % sank. Noch 2015 fertigte Deutschland 5,7 Millionen Pkw – 2024 waren es nur noch 4 Millionen. Auch der Anteil der in Europa hergestellten und verkauften Fahrzeuge schrumpfte im selben Zeitraum von 39 % auf 34,6 %. Dennoch bleibt Deutschland der größte Automobilproduzent des Kontinents, wobei etwa 30 % der Fahrzeuge in Länder außerhalb Europas exportiert werden.

In anderen Teilen Europas zeigen sich unterschiedliche Trends. Die Tschechische Republik kletterte auf Platz drei der europäischen Autoproduzenten, hinter Spanien und Deutschland. Die Türkei und Marokko verzeichneten hingegen ein deutliches Wachstum: Beide Länder steigerten ihre Produktionskapazitäten um 50 % und stellten 2024 gemeinsam rund 1,5 Millionen Fahrzeuge her.

Insgesamt fertigten EU- und britische Hersteller 2024 etwa 12,5 Millionen Autos – fast vier Millionen weniger als 2015. Zwar belegt Deutschland im globalen Vergleich weiterhin Platz zwei bei der Produktion von Elektroautos, doch Kritiker werfen der Regierung vor, den Sektor kaum gezielt zu fördern. In den letzten fünf Jahren konzentrierten sich die Maßnahmen auf allgemeine Industriereformen, etwa die Senkung von Bürokratiekosten um 25 % oder die Anpassung der Luftverkehrssteuern zur Entlastung der Logistik. Spezifische Politiken für Elektrofahrzeuge blieben jedoch begrenzt, während Debatten über E-Fuels und Verbrennermotoren im Vordergrund standen.

Chinas rasanter Aufstieg steht in scharfem Kontrast zum europäischen Rückgang. Das Land dominiert mittlerweile die globale Produktion und lässt europäische Hersteller sowohl bei klassischen als auch bei Elektrofahrzeugen zunehmend hinter sich. Die Verschiebung in der weltweiten Automobilindustrie hat Europa eine deutlich kleinere Rolle beschert als in früheren Jahrzehnten. Deutschland, zwar nach wie vor ein wichtiger Akteur, verzeichnet seit Jahren sinkende Produktionszahlen und Marktanteile. Ohne gezieltere Fördermaßnahmen dürfte sich die Kluft zu führenden Produzenten wie China weiter vergrößern.

Unterdessen bauen Länder wie die Türkei und Marokko ihre Produktionsstandorte weiter aus und prägen so maßgeblich die neue globale Landschaft der Branche.

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