Europas größter Quantencomputer PaQS revolutioniert photonische Datenverarbeitung
Sebastian KönigEuropas größter Quantencomputer PaQS revolutioniert photonische Datenverarbeitung
Forschende der Universität Paderborn haben mit PaQS den größten abtastbasierten Quantencomputer Europas entwickelt. Die Maschine besticht durch ihre Flexibilität und Programmierbarkeit und setzt damit neue Maßstäbe in der photonischen Quanteninformatik.
PaQS entstand im Rahmen der Initiative PhoQuant, einem vom deutschen Staat geförderten Projekt zur Weiterentwicklung von Quantentechnologien. Das System nutzt gepresstes Licht – eine spezielle Quantenressource, die mithilfe optischer Wellenleiter erzeugt wird.
Geleitet wird das Vorhaben von Q.ANT, einem deutschen Quantentechnologie-Unternehmen, mit Beiträgen von Menlo Systems, dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF Jena sowie Swabian Instruments. Die Arbeitsgruppe Integrated Quantum Optics der Universität Paderborn steuerte ihr Fachwissen zur Erzeugung des benötigten gepressten Lichts bei.
PaQS arbeitet mit einem voll programmierbaren Interferometer, das Photonen durch ein Netzwerk optischer Wellenleiter lenkt. Dieses Design ermöglicht eine präzise Steuerung quantenmechanischer Prozesse und macht den Computer besonders anpassungsfähig für verschiedene Anwendungen.
Photonische Quantencomputer wie PaQS bieten Vorteile wie Skalierbarkeit und hohe Verarbeitungsgeschwindigkeiten. Allerdings reagieren sie empfindlich auf selbst geringfügige Unregelmäßigkeiten, weshalb weltweit verschiedene experimentelle Ansätze erprobt werden.
Die Initiative PhoQuant wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit rund 50 Millionen Euro gefördert. In der nächsten Phase ist der Start eines zweiten abtastbasierten Quantencomputers in Jena geplant, der über die Cloud zugänglich sein wird.
PaQS stellt einen bedeutenden Fortschritt für die europäischen Quantencomputing-Fähigkeiten dar. Sein programmierbares Design und die Nutzung von gepresstem Licht bilden eine Grundlage für künftige Entwicklungen in diesem Bereich.
Das Projekt festigt zudem Deutschlands Position in der photonischen Quantenforschung. Mit dem geplanten Cloud-Zugang zum zweiten Quantencomputer in Jena sind weitere Innovationen zu erwarten.






