18 June 2026, 10:01

Evangelische Kirche im Rheinland warnt vor finanziellen Engpässen und wachsendem Antisemitismus

Protestantische Kirche betont: 'Als Christen sollten wir uns für Israel erheben!'

Evangelische Kirche im Rheinland warnt vor finanziellen Engpässen und wachsendem Antisemitismus

Superintendentin Dr. Ilka Werner hat ihren Jahresbericht an die Evangelische Kirche im Rheinland vorgelegt. Darin rief sie zu größerer Solidarität mit Israel auf und warnte vor finanziellen und sozialen Herausforderungen, die auf die Kirche und ihr Wohlfahrtswerk, die Diakonie, zukommen.

In ihrer Ansprache verurteilte Werner den Anstieg des Antisemitismus als unerträglich – trotz des nach dem Holocaust gefassten Schwurs „Nie wieder!“. Sie mahnte zu Demut und einer klaren Haltung gegen Hass und verwies dabei auf die Kirchenverfassung, die Gottes ungebrochenen Bund mit Israel bekräftigt. Das Dokument dient auch als Leitlinie für die Gemeinden in Solingen.

Ein zentrales Thema waren die finanziellen Belastungen. Der Haushalt 2024 weist ein erhebliches Defizit auf, verursacht durch sinkende Kirchensteuereinnahmen und steigende Personalkosten. Bis 2030 rechnet der Kirchenkreis damit, dass seine Finanzkraft auf nur noch zwei Drittel des heutigen Niveaus schrumpft. Die Zahl der Pfarrstellen soll im selben Zeitraum von 19 auf lediglich 12 reduziert werden.

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Werner wies zudem auf die prekäre Lage der Diakonie hin, des sozialen Arms der Kirche. Explodierende Personalkosten hätten eine „höchst besorgniserregende“ Situation geschaffen. Ohne staatliche Unterstützung, warnte sie, müssten trotz des Engagements der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kürzungen bei sozialen Dienstleistungen befürchtet werden.

Die Synode reagierte und beschloss eine neue Satzung für das Diakonische Werk. Die Reform verleiht dem Gremium mehr Eigenständigkeit, um schneller Entscheidungen treffen zu können.

Die Kirche steht damit vor moralischen wie finanziellen Bewährungsproben. Werners Appell für Solidarität mit Israel und ihre Warnungen vor Antisemitismus gehen einher mit konkreten Schritten zur Haushaltskonsolidierung. Die neue Satzung des Diakonischen Werks soll die Handlungsfähigkeit stärken – doch der Weg bleibt unsicher.

Quelle