Evangelische Kirche reformiert Abendmahl und kämpft gegen Mitgliederschwund
Matteo BöhmEvangelische Kirche reformiert Abendmahl und kämpft gegen Mitgliederschwund
Vertreter aus 37 Kirchenkreisen trafen sich diese Woche in Düsseldorf, um die Zukunft der Evangelischen Kirche mitzugestalten. Insgesamt 198 stimmberechtigte Mitglieder diskutierten über zentrale Reformen, darunter die Regeln für das Abendmahl und die Organisation der Gemeinden. Themenschwerpunkt war auch der rasanter als erwartet verlaufende Rückgang der Kirchenmitgliedschaft, der sich auf Personalplanung und Strukturen auswirken könnte.
Im Mittelpunkt der Landessynode stand die Überarbeitung der Ordnung über das Leben der Kirchengemeinden – ein Dokument, das unter anderem die Praxis des Abendmahls und die Durchführung von Gottesdiensten regelt. Viele Gemeinden erlauben bereits allen Getauften, auch Kindern, die Teilnahme am Abendmahl, obwohl die geltenden Vorschriften weiterhin die Konfirmation voraussetzen. Die Verantwortlichen wollen diese Praxis nun offiziell verankern und so veraltete Hürden abbauen.
Die Veranstaltung setzte auf ein neues Format: Ein Forums- und ein Workshoptag sollten vertiefte Diskussionen fördern. Teilgenommen haben unter anderem Superintendenten, Pfarrerinnen und Presbyter aus Solingen wie Ilka Werner, Rainald Rasemann, Michaela Röhr und Claudia Mix. Auch die Kirchenvertreter Hartmut Rahn und Lukas Schrumpf beteiligten sich an den Debatten und Abstimmungen.
Die Synodalen betonten die Notwendigkeit größerer Flexibilität und forderten die Kirche auf, die Vielfalt lokaler Praktiken stärker anzuerkennen. Gefordert wurden mehr Experimentierfreiräume für die Gemeinden bei gleichzeitig weniger zentraler Regulierung. Die beschlossenen Leitlinien werden langfristig auch die Personalplanung beeinflussen, da sinkende Mitgliederzahlen Anpassungen erfordern.
Die in Düsseldorf gefassten Beschlüsse werden bald in den Gemeinden und Kirchenkreisen von Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland wirksam. Neue Regelungen zu Abendmahl und Gemeindestrukturen treten in Kraft, während sich durch den Mitgliederschwund auch Einschnitte beim Personal abzeichnen könnten. Der Vorstoß der Synode für mehr Anpassungsfähigkeit spiegelt den Versuch wider, kirchliche Vorgaben stärker an die gelebte Praxis anzupassen.






