Führerschein-Betrug in Bielefeld: 71 Fälle vor Gericht
Fünf Personen aus Bielefeld und Werther müssen sich wegen des Betrugs mit Führerscheinen vor Gericht verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, eine kriminelle Vereinigung geleitet zu haben, die gegen Bezahlung Doubles für Theorieprüfungen unter falscher Identität organisierte. Die Ermittler stießen auf das Netzwerk im Zuge eines anderen Verfahrens am Landgericht Hannover.
Die Betrugsmasche lief laut Anklage von Februar 2022 bis Juli 2025. Die Staatsanwaltschaft geht von 65 gefälschten Prüfungen aus, während 14 weitere Versuche im Vorfeld vereitelt wurden. Insgesamt werden der Gruppe 71 Verdachtsfälle von Betrug angelastet.
Die Angeklagten sollen pro Prüfung zwischen 1.100 und 2.000 Euro verlangt haben und auf diese Weise etwa 35.000 Euro eingenommen haben. Sie wählten Doubles aus, die den eigentlichen Prüflingen ähnelten, und nutzten manipulierte Ausweisdokumente, Falfotos und sogar Masken, um die Prüfer zu täuschen. Zudem wurden biometrische Daten verändert, um sie an die Angaben der falschen Kandidaten anzupassen.
Einem der Angeklagten wird vorgeworfen, als Drahtzieher des gesamten Netzwerks agiert zu haben. Mehrere andere haben bereits Vorstrafen wegen ähnlicher Delikte, während die Ermittlungen in weiteren Fällen noch laufen.
Der Prozess vor dem Landgericht Bielefeld begann mit acht Verhandlungstagen. Die Verhandlungen sollen voraussichtlich bis Ende Mai andauern.
Allen fünf Angeklagten wird gewerbsmäßiger Betrug vorgeworfen. Bei einer Verurteilung drohen ihnen Haftstrafen zwischen sechs Monaten und zehn Jahren. Das Gericht wird nun die Beweismittel aus den 71 mutmaßlichen Betrugsfällen prüfen, bevor ein Urteil gefällt wird.






