Gericht gibt grünes Licht für Windkraftanlage trotz Protesten von Gleitschirmfliegern
Niklas SchmitzParagliding Club Fails in Lawsuit Against Wind Turbine in North Rhine-Westphalia - Gericht gibt grünes Licht für Windkraftanlage trotz Protesten von Gleitschirmfliegern
Ein Drachen- und Gleitschirmflugverein in Nordrhein-Westfalen hat seinen Rechtsstreit gegen den Bau einer Windkraftanlage im Hochsauerlandkreis verloren. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) des Landes wies den Eilantrag des Vereins ab und entschied, dass die Anlage weder seinen Betrieb noch sein Bestehen gefährde.
Der Verein hatte argumentiert, die nur 550 Meter vom Startplatz entfernte Windkraftanlage werde unsichere Bedingungen schaffen und Flüge einschränken. Doch das Gericht sah keine Gründe, das Projekt zu stoppen.
Der Startplatz des Vereins ist seit 1998 in Betrieb und zählt mit rund tausend Flügen pro Jahr zu den meistgenutzten in der Region. Die Mitglieder befürchteten, dass die Anlage häufigere Flugausfälle – besonders bei schwachem Wind – und ein höheres Kollisionsrisiko mit sich bringen würde.
Das OVG widersprach dieser Auffassung. Die Richter urteilten, der Verein sei im Planungsverfahren angemessen angehört worden und die Anlage bedrohe seine Existenz nicht. Zudem könnten Flüge bei Windgeschwindigkeiten unter 20 km/h weitgehend unbeeinträchtigt fortgesetzt werden.
Die Windkraftanlage ist Teil eines größeren Windparkprojekts in der Region. Die Projektrechte gingen von ENOVA auf VERBUND über, wobei die genaue Anzahl der Turbinen noch unklar ist. In der Nähe soll ein weiterer Windpark in Sundern bis Ende 2026 oder Anfang 2027 in Betrieb gehen und bis zu 55.000 Haushalte mit Strom versorgen. Bauarbeiten, darunter schwere Transporte und Fundamentarbeiten, waren bereits in Aufnahmen vom März 2026 zu sehen.
Mit der gerichtlichen Entscheidung kann der Bau der Anlage nun wie geplant voranschreiten. Der Verein muss sich an die neuen Bedingungen anpassen, auch wenn das Urteil Raum für künftige Gespräche über Sicherheitsmaßnahmen lässt.
Da die Klage abgewiesen wurde, wird die Windkraftanlage realisiert. Der Startplatz bleibt zwar in Betrieb, doch Piloten könnten bei bestimmten Windverhältnissen mit neuen Einschränkungen rechnen. Das Projekt soll die regionalen Ziele für erneuerbare Energien vorantreiben, ohne die bestehenden Flugaktivitäten zu gefährden.






