08 June 2026, 12:02

GLS Bank in der Kritik: Kontoschließungen lösen Vertrauenskrise aus

Selbstkritik im Aufsichtsrat der Genossenschaftsversammlung

GLS Bank in der Kritik: Kontoschließungen lösen Vertrauenskrise aus

Die GLS Bank steht nach der Schließung von Konten der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) und der linksextremen Gruppe Rote Hilfe massiv in der Kritik. Die Entscheidung löste landesweite Proteste aus, darunter einen offenen Brief mit Tausenden Unterschriften, der vor einem „dramatischen Vertrauensverlust“ warnt. Die Bank hingegen verteidigt ihr Vorgehen und verweist auf gesetzliche Pflichten – nicht auf politische Motive.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Auslöser der Kontroverse war die Kündigung der Konten von DKP und Rote Hilfe durch die GLS Bank, die sich auf regulatorische Vorgaben berief. Aufsichtsbehörden verlangen von Banken, verdächtige Transaktionen unverzüglich zu melden. Als Reaktion unterzeichneten Tausende einen offenen Brief, in dem sie die Bank aufforderten, ihre Entscheidung rückgängig zu machen, da sie sonst einen „massiven Vertrauensverlust“ befürchten.

Bei der Jahresversammlung der GLS Bank eskalierten die Proteste: 676 von 720 Mitgliedern stimmten zwar für die Beibehaltung des aktuellen Vorstands, doch die Stimmung war angespannt. Der ehemalige grüne Vizekanzler Robert Habeck nahm an der Veranstaltung teil, die parallel zu einem Nachhaltigkeitsfestival stattfand. Trotz der Aufregung bleiben die Konten der Roten Hilfe bei der GLS Bank vorerst aktiv, während das Gericht die Sparkasse Göttingen anwies, die Konten der Gruppe vorübergehend offenzuhalten.

Die DKP kündigte unterdessen an, sich von der GLS Bank zu trennen, und warf ihr „vorauseilenden Gehorsam“ gegenüber den Behörden vor. Die Partei wechselte daraufhin zu öffentlichen Sparkassen. Die GLS Bank ihrerseits führte Gespräche mit betroffenen Kunden und beriet sie, wie sie Transaktionen vermeiden können, die weitere Prüfungen auslösen könnten.

Die Bank betont, ihre Entscheidung sei allein aus rechtlichen Gründen gefallen, nicht aus politischen. Während die DKP die Zusammenarbeit beendet hat, behält Rote Hilfe vorerst ihre Konten. Solange sich die Aufsichtsregeln nicht ändern, könnten ähnliche Konflikte künftig wieder aufflammen.

Quelle