"Grüne Senioren" wehren sich gegen Bus-Sperrung in der Solinger Lennestraße
Sebastian König"Grüne Senioren" wehren sich gegen Bus-Sperrung in der Solinger Lennestraße
Die Solinger Gruppe "Grüne Senioren" hat sich gegen Pläne ausgesprochen, die Lennestraße im Rahmen des Projekts "Ohligs City Ring" komplett für Busse zu sperren. Ihrer Meinung nach würde eine solche Maßnahme ältere Bürger:innen, die auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind, vor erhebliche Probleme stellen.
Im Mittelpunkt der Debatte steht die Frage, wie sich Verkehrsreduzierung mit der Notwendigkeit vereinbaren lässt, wichtige Bushaltestellen – insbesondere für Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder kleinem Budget – zugänglich zu halten.
Die Diskussionen um den Ohligs City Ring dauern bereits seit den 2010er-Jahren an. Frühere Entwürfe sahen teure Lösungen wie eine vollständige Straßenbahnschleife oder Teilverlängerungen vor, die über 200 Millionen Euro gekostet hätten. Später wurden diese zugunsten günstigerer Alternativen verworfen, etwa optimierte Buslinien und Rufbusse.
Bis 2025 rückte der Fokus auf schnelle Busverbindungen (BRT-Linien), Expressdienste wie die Linie 690 sowie bessere Radwegeverbindungen. Der aktuelle Verkehrsplan zielt darauf ab, den Busverkehr auf der Lennestraße zu reduzieren, ohne die Erreichbarkeit der Innenstadt zu gefährden. Die Grünen Senioren warnen jedoch, dass eine vollständige Sperrung der Straße die Haltestelle "Ohligs Markt" wegfallen ließe – mit der Folge, dass viele nach Einkäufen oder Arztbesuchen weite Strecken zu Fuß zurücklegen müssten.
Lokale Initiativen wie die "Ohligser Jongens", die ISG und die OWG fordern hingegen eine komplette Schließung der Lennestraße für Busse. Die Grünen Senioren lehnen dies als ungerecht gegenüber älteren Menschen ab. Sie betonen, dass der öffentliche Nahverkehr für viele, die sich kein Auto leisten können oder gesundheitlich eingeschränkt sind, unverzichtbar bleibt.
Die Gruppe stellt die Frage als soziales Anliegen dar und fordert die Planer:innen auf, alle Altersgruppen zu berücksichtigen. Sie unterstützen den aktuellen Kompromiss, der den Busverkehr reduziert, aber wichtige Haltestellen offenhält – und so die Erreichbarkeit für diejenigen sichert, die sie am dringendsten benötigen.
Mit ihrer Haltung lenken die Grünen Senioren die Debatte um den City Ring auf praktische Bedürfnisse. Ihr Widerstand gegen ein totales Busfahrverbot in der Lennestraße soll ältere Bürger:innen vor längeren Fußwegen und verlorenen Anbindungen schützen. Die endgültige Entscheidung wird zeigen, wie gut es dem Verkehrsplan gelingt, Verkehrsreduktion und Barrierefreiheit für vulnerable Gruppen in Einklang zu bringen.






