16 March 2026, 06:02

Islamfeindliche Straftaten in Deutschland erreichen traurigen Rekordwert

Eine Liniendiagramm, das die Anzahl der muslimischen Amerikaner zeigt, die seit 9/11 an gewaltsamer Extremismus beteiligt waren, mit begleitendem Text, der zusätzliche Datenkontext bereitstellt.

Islamfeindliche Straftaten in Deutschland erreichen traurigen Rekordwert

Islamfeindliche Hasskriminalität in Deutschland hat laut neuen Zahlen des Innenministeriums einen Rekordstand erreicht. Im Jahr 2024 registrierte die Polizei 1.848 islamfeindliche Straftaten – ein Anstieg um 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der deutliche Anstieg folgt auf die angespannte Stimmung nach den Hamas-Angriffen vom 7. Oktober auf Israel, wobei Betroffene landesweit von vermehrten verbalen und körperlichen Übergriffen berichten.

Besonders stark ist der Anstieg islamfeindlicher Vorfälle in Berlin, wo die Organisation CLAIM im Jahr 2024 insgesamt 644 Fälle dokumentierte – ein Plus von 68 Prozent gegenüber 2023. Auch in Nordrhein-Westfalen gab es einen dramatischen Anstieg: Die Zahl der Angriffe stieg von 110 im Jahr 2021 auf 338 im vergangenen Jahr. Opfer, darunter Frauen mit Kopftuch, schildern, sie seien angegriffen, beschimpft oder fälschlich mit Terrorismus in Verbindung gebracht worden.

Eine der Betroffenen ist Büsra Ocakdan, die wegen ihres Kopftuchs wiederholt körperlichen und verbalen Attacken ausgesetzt war. Heval Akil, ein syrischer Geflüchteter und ehemaliger Vereinsvorsitzender eines Fußballclubs, erlebte ebenfalls Rassismus in Deutschland. Mittlerweile rät er anderen, in Konfliktsituationen ruhig zu bleiben und sich zurückzuziehen, um eine Eskalation zu vermeiden.

Das Problem erstreckte sich in diesem Jahr auch auf den Sport: Als muslimische Spieler von Schalke 04 während eines Spiels ihr Ramadan-Fasten kurz unterbrechen durften, folgten im Netz islamfeindliche Kommentare – ein Spiegel der gesellschaftlichen Spannungen. Behörden warnen, dass die hohe Zahl der Angriffe aus dem Jahr 2024 voraussichtlich auch 2025 anhalten wird.

Die Daten des Innenministeriums bestätigen einen besorgniserregenden Anstieg der Islamfeindlichkeit, wobei die Vorfälle häufiger und brutaler werden. Betroffene sehen sich weiterhin in öffentlichen Räumen Anfeindungen ausgesetzt, während Behörden nicht mit einem raschen Rückgang der gemeldeten Fälle rechnen. Die Zahlen unterstreichen eine wachsende Herausforderung für Gemeinschaften und die Sicherheitsbehörden in ganz Deutschland.

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