Jubiläumswettbewerb für Operette und Musical bricht Teilnehmerrekord – doch der Grand Prix bleibt leer
Niklas SchmitzJubiläumswettbewerb für Operette und Musical bricht Teilnehmerrekord – doch der Grand Prix bleibt leer
10. Internationaler Wettbewerb für junge Operetten- und Musicaldarsteller feiert Jubiläumsausgabe mit Rekordbeteiligung – doch der Grand Prix bleibt unvergeben
Die zehnte Jubiläumsausgabe des Internationalen Wettbewerbs für junge Operetten- und Musicaldarsteller ist mit einer Rekordzahl an Bewerbungen zu Ende gegangen. Über 100 Teilnehmer aus Russland, Belarus und Usbekistan nahmen teil, doch der Grand Prix wurde nicht vergeben – eine Auszeichnung, die zuletzt 2006 verliehen wurde. In diesem Jahr überflügelte die Operette erstmals in der Geschichte des Wettbewerbs das Musical an Beliebtheit.
Der Wettbewerb verzeichnete eine ungewöhnlich hohe Teilnehmerzahl, darunter Studierende renommierter Musikhochschulen. Viele dieser Einrichtungen haben traditionell einen Schwerpunkt auf Oper, was einen Wandel des Interesses hin zu Operette und Musicaltheater verdeutlicht. Die Bewerbungen kamen aus Städten wie Moskau, Minsk und Taschkent und spiegeln die wachsende Reichweite der Veranstaltung wider.
Erstmals überstiegen die Einsendungen im Bereich Operette mit 56 Teilnehmern die der Musicals (50). Diese Trendwende überraschte die Organisatoren, da das Musicaltheater bisher dominiert hatte. Die Jury, darunter der Regisseur Georgi Isaakjan, lobte die "wahren Entdeckungen" in der Operette und betonte, dass diese klassische Form sich mit jungem Talent weiterentwickeln müsse.
Die Jubiläumsausgabe vergab mehr Preise als üblich. Sonderauszeichnungen kamen von Organisationen wie dem Russischen Theaterarbeiterverband und dem Verband der Musiktheater. Benannte Preise ehrten zudem legendäre Persönlichkeiten der Branche. Der Grand Prix blieb jedoch unvergeben – er wurde bisher nur einmal, 2006 an Irina Kowalskaja aus Odessa, verliehen.
Der langjährige Teilnehmer Maxim Isakowitsch merkte an, dass sich der Wettbewerb mit seinen Künstlern verändert. In den letzten Jahren habe das Musicaltheater an Bedeutung gewonnen, während die Operette zurückgestanden habe. Jurymitglied Georgi Isaakjan ergänzte, dass nicht alle 100 Teilnehmer gleichermaßen herausragen konnten. Die erste Runde sei äußerst selektiv gewesen, da einige Darsteller ihre stärksten Leistungen noch zurückgehalteten.
Die zehnte Ausgabe endete mit einer größeren Preispalette, aber ohne Grand-Prix-Gewinner. Der Anstieg der Operetten-Bewerbungen deutet auf ein erneuertes Interesse an diesem Genre hin, während die wachsende Teilnehmerzahl die Bedeutung des Wettbewerbs unterstreicht. Organisatoren und Jury blicken nun auf die junge Generation, die die Zukunft des Musicaltheaters prägen soll.






