Junge Generation verliert dramatisch Vertrauen in die deutsche Demokratie
Niklas SchmitzZufriedenheit mit Demokratie in NRW bei Jugendlichen sinkt - Junge Generation verliert dramatisch Vertrauen in die deutsche Demokratie
Demokratie in Deutschland bleibt grundsätzlich breit unterstützt – doch das Vertrauen in ihre Funktionsweise bröckelt. Eine neue Studie der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen offenbart wachsende Unzufriedenheit, besonders unter jüngeren Generationen. Während ältere Bürgerinnen und Bürger demokratische Werte weiterhin befürworten, steigt die Skepsis gegenüber politischen Systemen und zentralen Institutionen deutlich an.
Die Umfrage, die im Frühjahr 2025 mit über 2.900 Teilnehmenden durchgeführt wurde, zeigt einen drastischen Rückgang der Zufriedenheit mit der Demokratie. Bei den 14- bis 18-Jährigen stürzte die Zustimmung von 77 Prozent im Jahr 2023 auf nur noch 47 Prozent ab. Der Trend setzt sich mit steigendem Alter fort: Nur noch 51 Prozent der 19- bis 29-Jährigen sind zufrieden – ein Rückgang um 14 Prozentpunkte –, während in der Altersgruppe der 30- bis 44-Jährigen die Zufriedenheit auf 43 Prozent sank.
Das Vertrauen schwindet dabei nicht nur in die Politik, sondern auch in Wissenschaft, Strafverfolgungsbehörden und staatliche Institutionen. Besonders ausgeprägt ist der Vertrauensverlust bei jüngeren Menschen. Doch wenn es um die Demokratie geht, wie sie im Grundgesetz verankert ist, fallen die Antworten deutlich positiver aus – ein Zeichen dafür, dass die Idee der Demokratie weiterhin geschätzt wird, auch wenn ihre Umsetzung zunehmend infrage steht.
Parallel zu diesem Vertrauensschwund gewinnen undemokratische Ansichten an Boden. Fast die Hälfte – 47 Prozent – stimmt der Aussage zu, die Gesellschaft brauche "eine starke Partei, die den Willen des Volkes verkörpert". 15 Prozent halten eine Diktatur mitunter sogar für vorziehenswert. Ältere Generationen bleiben hingegen am konsequentesten in ihrer demokratischen Haltung.
Die Studie macht einen klaren Generationenkonflikt beim Vertrauen in die Demokratie deutlich. Zwar genießt das System nach wie vor breite theoretische Unterstützung, doch die jüngeren Bürgerinnen und Bürger sind zunehmend unzufrieden mit seiner praktischen Ausgestaltung. Ohne eine erneuerte Glaubwürdigkeit der Institutionen könnte sich die Kluft zwischen demokratischem Ideal und gelebter Realität weiter vertiefen.






