Maria Kalesnikava erhält Karlspreis – ihr Kampf für ein freies Belarus geht weiter
Matteo BöhmMaria Kalesnikava erhält Karlspreis – ihr Kampf für ein freies Belarus geht weiter
Maria Kalesnikava, eine führende belarussische Bürgerrechtlerin, hat am Samstag in Aachen den Internationalen Karlspreis entgegengenommen. Die Auszeichnung, die ihr bereits 2022 – während sie in Belarus inhaftiert war – zuerkannt worden war, würdigt ihren Einsatz für Demokratie an der Seite von Swjatlana Zichanouskaja und Veronika Zepkalo.
Kalesnikava lebt mittlerweile in Deutschland, wo sie sich gegenüber Journalisten zu ihren Erfahrungen und dem anhaltenden Kampf in ihrer Heimat äußerte.
Der Karlspreis war 2022 gemeinsam an Kalesnikava, Zichanouskaja und Zepkalo vergeben worden – als Anerkennung für ihren Widerstand gegen das autoritäre Regime in Belarus. Im Vorjahr hatte Klaus Iohannis die Auszeichnung als alleiniger Preisträger erhalten.
In ihrer Dankesrede zeigte sich Kalesnikava gerührt über die Ehrung, betonte jedoch ihre Sorge um Mitstreiter, die weiterhin in belarussischen Gefängnissen festgehalten werden. Sie lobte die historische Bedeutung Aachens und dessen Engagement für die Bewahrung der Demokratie – und zog Parallelen zu ihrem eigenen Kampf.
In Interviews forderte sie europäische Regierungen auf, sich hinter die belarussische Opposition zu stellen. Internationale Solidarität, so ihre Überzeugung, bleibe entscheidend, um demokratische Rechte in ihrer Heimat durchzusetzen. Ihre Worte spiegelten sowohl Hoffnung auf ein freies Belarus wider als auch Frustration über das langsame Tempo des Wandels.
Kalesnikava wies zudem auf die Gefahren hin, denen Aktivisten im Land weiterhin ausgesetzt sind. Während sie selbst heute frei aus Deutschland sprechen kann, sitzen viele ihrer Weggefährten noch immer in Haft – ihre Zukunft ungewiss.
Die Feierlichkeiten in Aachen markierten einen Moment der Anerkennung für Kalesnikavas Engagement. Doch ihr Blick bleibt auf den größeren Kampf in Belarus gerichtet, wo die Repression anhält. Sie mahnte Europa, die inhaftierten Aktivisten nicht zu vergessen und den Druck auf das Regime aufrechtzuerhalten.