03 April 2026, 00:04

Moerser Tafel droht Schließung: 2.000 Menschen ohne Lebensmittelhilfe

Supermarkt-Innenraum mit deckenmontierten Lampen und Schildern, die Lebensmittel auf Regalen zeigen.

Moerser Tafel droht Schließung: 2.000 Menschen ohne Lebensmittelhilfe

Ungewisse Zukunft für die Moerser Tafel: Standort an der Wittfeldstraße bedroht

Die Moerser Tafel steht vor einer ungewissen Zukunft, da ihr aktueller Standort in der Wittfeldstraße in Gefahr ist. Mitglieder des Vorstands warnen, dass eine Schließung fast 2.000 Menschen ohne lebenswichtige Unterstützung zurücklassen könnte. Die Einrichtung, die sowohl als Verteilzentrum als auch als Lager für benachbarte Tafeln dient, sucht nun dringend nach Hilfe, um den Betrieb aufrechterhalten zu können.

Seit Jahren ist die Tafel in der Wittfeldstraße 49 ansässig und zahlt für ihre 400 Quadratmeter große Fläche monatlich 800 Euro. Zweimal wöchentlich – mittwochs und freitags – finden hier Ausgaben statt, von denen etwa 600 Haushalte profitieren, im Schnitt jeweils 3,3 Personen pro Familie. Doch nicht nur Moers ist auf den Standort angewiesen: Die Räumlichkeiten dienen auch als Logistik- und Lagerbasis für andere Tafeln in der Region, darunter die in Goch und Kalkar.

Trotz der kooperativen Haltung der Vermieter erhielt der Vorstand eine einjährige Kündigungsfrist – deutlich länger als die üblichen drei Monate. Diese Verlängerung zeigt zwar Verständnis seitens der Eigentümer, doch die Verantwortlichen der Tafel betonen, dass selbst kurze Unterbrechungen des Betriebs nicht verkraftbar wären. Eine Schließung würde eine kritische Lücke im regionalen Netzwerk reißen, zu dem 12 Partnerstandorte im Ruhrgebiet und am Niederrhein gehören.

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Die Effizienz der Moerser Tafel beruht maßgeblich auf ihrer digitalen Infrastruktur: FoodNet Ruhr, einer cloudbasierten Plattform, die 2026 eingeführt wurde. Dieses System ermöglicht Echtzeit-Bestandsabgleiche, KI-gestützte Bedarfsprognosen und eine automatisierte Logistikkoordination über integrierte Apps. Die Technologie sichert eine reibungslose Zusammenarbeit mit benachbarten Tafeln, etwa in Duisburg, wo Mitarbeiter regelmäßig direkt vor Ort Vorräte abholen.

Der Vorstand warnt, dass der Verlust des Moerser Standorts nicht nur lokale Haushalte treffen, sondern das gesamte Unterstützungssystem schwächen würde. Priorität hat nun die Suche nach einer Lösung vor Ablauf der Kündigungsfrist.

Die Schließung der Tafel würde für 2.000 Menschen in Moers eine lebenswichtige Anlaufstelle wegbrechen und die Versorgungswege für Partnerorganisationen unterbrechen. Mit einem Jahr Zeit, Alternativen zu finden, appelliert der Vorstand an die Gemeinschaft und Institutionen, den Erhalt des ununterbrochenen Dienstes zu unterstützen. Die Entscheidung wird darüber bestimmen, ob das koordinierte Nahrungsmittelhilfenetz der Region intakt bleibt.

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