07 June 2026, 04:03

Mönchengladbach trotzt dem Wohnungsbau-Tief in NRW mit Rekordzahlen

Bau von Wohnungen in NRW sinkt    Moenchengladbach baut mehr Wohnungen

Mönchengladbach trotzt dem Wohnungsbau-Tief in NRW mit Rekordzahlen

Wohnungsbau in Nordrhein-Westfalen auf 14-Jahres-Tief – doch Mönchengladbach setzt gegen den Trend

Der Wohnungsbau in Nordrhein-Westfalen ist 2025 auf den niedrigsten Stand seit 14 Jahren gesunken: Die Fertigstellungen gingen um 9,4 Prozent zurück. Im gesamten Bundesland entstanden nur 37.185 Wohnungen, was einer Bauquote von 19,8 pro 10.000 Einwohner entspricht. Eine Ausnahme bildet jedoch Mönchengladbach – die Stadt stemmt sich mit einem deutlichen Anstieg an Neubauprojekten gegen den Negativtrend.

Die Wohnungsnot im Land verschärfte sich 2025 weiter, da steigende Zinsen für Baufinanzierungen die Kosten in die Höhe trieben. Seit 2022 sind die Kreditzinsen von nahe null auf drei bis vier Prozent geklettert. Dieser Anstieg trug maßgeblich dazu bei, dass Nordrhein-Westfalen die niedrigsten Bauzahlen seit 2011 verzeichnete.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Mönchengladbach geht eigene Wege Die Stadt am Niederrhein hat hingegen eine andere Strategie eingeschlagen. Mit der 2023 gestarteten Initiative „Wohnen für alle“ setzte sie auf bezahlbaren Wohnraum, barrierefreie Konzeptionen und die Innenstadtentwicklung. Bis 2025 bewilligte die Kommune 43,2 Millionen Euro an Fördergeldern für 218 neue Wohneinheiten und verzeichnete einen Anstieg der Baugenehmigungen um 73,6 Prozent. Zudem wurden 758 Wohnungen fertiggestellt – fast dreimal so viele wie 2024.

Zielgerichtete Investitionen als Erfolgsrezept Der Aufschwung in Mönchengladbach ist das Ergebnis gezielter Investitionen. 2023 pumpte die Stadt rund 43 Millionen Euro in ihr kommunales Wohnungsbauunternehmen WohnBau. Kombiniert mit einer strategischen Stadtplanung stieg die Bauquote auf 28,4 Wohnungen pro 10.000 Einwohner – 43 Prozent über dem Landesdurchschnitt. Oberbürgermeister Felix Heinrichs führte den Erfolg auf konsequente Politik und langfristige Planung zurück.

Auch die Förderung des sozialen Wohnungsbaus nahm Fahrt auf: 2024 setzte die Stadt 274 Prozent ihres ursprünglichen Budgets ein – ein dramatischer Anstieg im Vergleich zu nur fünf Prozent im Jahr 2021. Dieser Wandel unterstreicht das klare Bekenntnis, Wohnungsmangel durch entschlossenes Handeln zu bekämpfen.

Lokale Lösungen gegen landesweite Krise Während Nordrhein-Westfalen mit rückläufigem Wohnungsbau kämpft, zeigt Mönchengladbach, wie gezielte Maßnahmen wirken können. Die höhere Fertigstellungsquote und ausgeweitete Förderprogramme beweisen, dass kommunale Strategien wirtschaftliche Herausforderungen ausgleichen können. Mit 758 neuen Wohnungen im Jahr 2025 bietet die Stadt ein Vorbild für andere Regionen, die unter ähnlichem Druck stehen.

Quelle