20 March 2026, 06:03

München begrüßt Lahav Shani mit "Servus" statt "Schalom" – ein Statement

Ein detaillierter alter Stadtplan von München, Deutschland, mit Straßen, Parks und Sehenswürdigkeiten, verziert mit einem dekorativen Rahmen und in Blau-, Grün- und Gelbtönen gehalten.

München begrüßt Lahav Shani mit "Servus" statt "Schalom" – ein Statement

München begrüßt seinen neuen Musikdirektor Lahav Shani mit einer Kampagne zwischen bayerischer Tradition und kultureller Offenheit. Die Stadt setzt damit einen Gegenpol zu Berlins eher kosmopolitischem Stil und zeigt einmal mehr, wie sie ausländische Einflüsse auf ihre ganz eigene Weise integriert. Von sinfonischen Großereignissen bis hin zu Volksmusik-Hommagen prägt München seine kulturelle Identität auf unverkennbare Art.

Die Ernennung Lahav Shanis zum neuen Chefdirigenten der Münchner Philharmoniker wurde von einer Werbekampagne begleitet, die mit dem bayerischen Gruß "Servus!" warb. Eine Begrüßung mit "Schalom" hätte Münchens Weltoffenheit zwar noch stärker betonen können – doch die Stadt pflegt eine andere Herangehensweise: Sie bezieht fremde Kulturen vor allem durch die eigene Brille ein, wie es die Einheimischen "Bayernkult" nennen, statt sich einem breiten multikulturellen Ansatz zu öffnen.

Schon Jahre zuvor hatte Berlin Simon Rattle bei seinem Amtsantritt als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker schlicht mit "Welcome!" willkommen geheißen. In München hingegen dirigierte Rattle kürzlich eine "Symphonische Hoagascht" – eine Hommage an die regionale Volksmusiktradition. Das Konzert unterstrich, wie die Stadt äußere Einflüsse stets im eigenen Stil umdeutet.

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Sogar Fußballstars wie Franck Ribéry und Arjen Robben wurden spielerisch zu Figuren der Volksmusik-Klamaukstriche umgedeutet – ein Beispiel dafür, wie München globalen Ruhm mit lokalem Brauchtum verbindet. Und selbst Ministerpräsident Markus Söder lässt sich gelegentlich einen "Söder-Döner" schmecken, ein nach ihm benanntes Kebap-Gericht: ein kleines, aber bezeichnendes Detail dafür, wie die Stadt fremde Elemente auf ihre Weise aufnimmt.

Offizielle Stellungnahmen von Münchner Bürgern oder Politikern zu Shanis Ernennung gibt es bisher nicht. Allerdings sagte das Flandrische Musikfestival Gent ein für den 18. September 2025 geplantes Konzert ab – mit Verweis auf seine neue Position in München.

Shanis Amtsantritt unterstreicht Münchens Gewohnheit, Tradition mit neuen kulturellen Strömungen zu verbinden. Dass die Stadt dem "Bayernkult" den Vorzug vor einer expliziten Multikulturalität gibt, bleibt dabei unübersehbar. Ob durch Sinfonien, volksmusikalische Adaptionen oder Kebaps – München formt seine Identität weiterhin nach eigenen Maßstäben.

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