Nach 48 Jahren: Gestohlener Maßkrug kehrt mit Reuebrief ins Hofbräuhaus zurück
Niklas SchmitzNach 48 Jahren: Gestohlener Maßkrug kehrt mit Reuebrief ins Hofbräuhaus zurück
Ein Tourist hat einen Bierkrug zurückgegeben, der vor fast 50 Jahren aus dem Münchner Hofbräuhaus gestohlen worden war. Der anonyme Besucher hatte den Maßkrug 1976 mitgenommen, schickte ihn nun aber mit einem Entschuldigungsschreiben und 20 Euro als Entschädigung zurück.
Das Hofbräuhaus verzeichnet jährlich einige ähnliche Fälle. Viele gestohlene Krüge finden irgendwann den Weg zurück – oft begleitet von Reuebriefen und Zahlungen der ehemaligen Diebe.
Die geständige Person sandte den fehlenden Krug per Post zurück, zusammen mit dem Brief und einem 20-Euro-Schein. Vor der Überweisung hatte sie den aktuellen Preis für einen Ersatzkrug auf der Website des Hofbräuhauses überprüft. Das Geld fließt nun in die Initiative Bunte Münchner Kindl, die bedürftigen Kindern hilft.
Dies ist nicht der erste Fall einer verspäteten Rückgabe: 2020 schickte eine Amerikanerin einen Krug zurück, den sie 55 Jahre zuvor aus dem Bierpalast Platzl entwendet hatte. Solche Vorfälle ereignen sich laut Hofbräuhaus drei- bis viermal pro Jahr.
Trotz gelegentlicher Diebstähle führt die Brauerei keine Statistik über vermisste Krüge. Es gibt zwar Sicherheitsvorkehrungen, um solche Vorfälle zu verhindern, doch öffentliche Aufzeichnungen darüber, wie viele zurückgegebene oder entschädigte Krüge in den letzten Jahren tatsächlich als gestohlen gemeldet wurden, existieren nicht.
Die 20 Euro werden nicht einbehalten, sondern an die Wohltätigkeitsorganisation gespendet. Der zurückgegebene Krug reiht sich ein in die Sammlung der über die Jahrzehnte zurückgeschickten Stücke. Zwar kommt es nach wie vor zu Diebstählen, doch der Fokus des Hofbräuhauses bleibt auf Gastfreundschaft – und den gelegentlichen Akt der Wiedergutmachung.