Peter Pilz provoziert mit neuem Buch – und landet erneut bei der Polizei
Sebastian KönigPeter Pilz provoziert mit neuem Buch – und landet erneut bei der Polizei
Trotz anhaltender juristischer Probleme hat Peter Pilz sein zweites Buch "Spuren im Schlamm" veröffentlicht. Die Buchpräsentation lockte politische Größen und treue Anhänger an, doch nur Stunden später wurde er von den Behörden zu einer Vernehmung vorgeladen. In seinem neuesten Werk setzt sich Pilz erneut mit dem umstrittenen Tod von Christian Pilnacek auseinander, einem ehemaligen hochrangigen Beamten.
Die Veranstaltung unterstrich Pilz' kämpferische Haltung – seine Fans standen geschlossen hinter ihm, nachdem sein erstes Buch auf richterliche Anordnung beschlagnahmt worden war. Er räumte ein, dass es ihm schwerfalle, ohne Klagen zu schreiben, doch er legte mit neuen Vorwürfen gegen österreichische Institutionen nach.
Die Buchvorstellung fand unter ungewöhnlichen Umständen statt. Moderiert wurde sie von Michael Nikbakhsh, unter den Gästen befanden sich prominente Persönlichkeiten wie der ehemalige Vizekanzler Werner Kogler sowie die Klubobleute Kai Jan Krainer, Sophie Wotschke und Nina Tomaselli. Ihre Anwesenheit zeigte, dass Pilz in bestimmten politischen Kreisen nach wie vor Einfluss besitzt.
Nur wenige Stunden nach der Veranstaltung musste Pilz beim Staatsschutz und der Extremismusbekämpfung vorstellig werden. Die Behörden werfen ihm Beleidigung eines Amtsträgers vor – ein weiterer Punkt in seiner langen Liste juristischer Auseinandersetzungen. Sein erstes Buch war bereits wegen übler Nachrede verurteilt und daraufhin eingezogen worden.
In "Spuren im Schlamm" nimmt Pilz die Wiener Staatsanwaltschaft und deren Leiter Johann Fuchs ins Visier. Er wirft ihnen vor, Whistleblower zu verfolgen, und fordert eine erneute Untersuchung von Pilnaceks Tod, einschließlich einer 3D-Rekonstruktion, um die Todesumstände aufzuklären. Bei der Präsentation umging er ein gerichtliches Verbot, indem er ein Video zeigte, in dem Andreas Hanger Pilnaceks ehemalige Freundin Karin Wurm als dessen "Lebenspartnerin" bezeichnete.
Pilz kritisierte zudem österreichische Medien dafür, Themen wie die Geschäfte der Raiffeisen Bank nicht ausreichend zu hinterfragen. Offensiv gab er zu, dass sein Schreibprozess fehleranfällig sei, scherzte, "Gelegenheit lade zu Klagen ein", und gestand, "völlig unfähig zu sein, daraus zu lernen", um rechtliche Fallstricke zu vermeiden. Dennoch lässt sich seine Anhängerschaft nicht beirren – um seine umstrittenen Veröffentlichungen hat sich eine geschlossene Fangemeinde gebildet.
Mit "Spuren im Schlamm" bleibt Pilz trotz wiederholter juristischer Angriffe im Rampenlicht. Seine Forderungen nach einer Wiederaufnahme des Falls und seine Kritik an den Ermittlungsbehörden sorgen dafür, dass die Debatte um Pilnaceks Tod weitergeht. Gleichzeitig zeigen seine Unterstützer keine Anzeichen von Zweifeln – selbst dann nicht, wenn die Behörden sein Handeln genau unter die Lupe nehmen.






