29 April 2026, 04:05

Petition fordert Rettung von Anti-Rassismus-Programmen an 5.000 Schulen

Plakat für den American Rescue Plan, das den Text enthält, dass es die Kindarmut in den USA halbieren würde, und ein Gruppenfoto, das wahrscheinlich betroffene Familien darstellt.

Petition fordert Rettung von Anti-Rassismus-Programmen an 5.000 Schulen

Ein Bündnis aus über 200 Initiativen und Nichtregierungsorganisationen hat eine Petition gestartet, mit der Politiker aufgefordert werden, Pädagog:innen im Kampf gegen Diskriminierung zu unterstützen. Unter dem Titel "Schulen nehmen Stellung" kommt die Kampagne zu einem Zeitpunkt, an dem Kürzungen bei den Fördermitteln Anti-Rassismus- und Extremismuspräventionsprogramme an tausenden Schulen bedrohen. Lehrkräfte und Gewerkschaften warnen, dass die Streichungen die Bemühungen zur Bekämpfung von Hass in einer entscheidenden Phase schwächen könnten.

Von den Kürzungen betroffen sind rund 5.000 Schulen, die dem Netzwerk "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" angehören. Viele dieser Programme – darunter Workshops zu Antirassismus, Antisemitismus und Verschwörungstheorien – verlieren bis Ende des Jahres ihre Förderung. Am Genoveva-Gymnasium in Köln, wo 90 Prozent der Schüler:innen einen Migrationshintergrund haben, koordiniert Geschichtslehrer Felix Bjerke die Initiative. Seine Schule arbeitet mit Organisationen wie "180 Grad Wende" und "Transaidency" zusammen, die ebenfalls ihre Bundesförderung verlieren werden.

Besonders schwer wiegen die Folgen in Ostdeutschland, wo rechtsextreme Tendenzen stark ausgeprägt sind. Viele der gestrichenen Projekte sind in Regionen wie Sachsen-Anhalt aktiv, wo Lehrkräfte ohnehin bereits vor großen Herausforderungen stehen. Eine Konrektorin im brandenburgischen Oderbruch betonte, wie wichtig kostenlose schulische Angebote für ländliche Gebiete sind, in denen Ressourcen knapp sind.

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Die Kürzungen haben bei Lehrkräften zudem Unsicherheit über die Regeln zur politischen Neutralität ausgelöst. Einige vermeiden nun kontroverse Themen im Unterricht aus Angst vor Gegenreaktionen oder rechtlichen Konsequenzen. Maike Finnern von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) argumentierte, dass der Abbau von Strukturen gegen Rechtsextremismus jetzt die Bemühungen untergraben könnte, Schüler:innen vor extremistischem Gedankengut zu schützen.

Ziel der Petition ist es, die Förderentscheidungen rückgängig zu machen, bevor weitere Programme geschlossen werden. Ohne ein Eingreifen könnten tausende Schulen wichtige Unterstützung im Kampf gegen Diskriminierung verlieren. Lehrkräfte und Gewerkschaften bestehen darauf, dass eine dauerhafte Finanzierung notwendig ist, um sichere und inklusive Lernumgebungen zu erhalten.

Quelle