Podcaster Ben Berndt weigert sich, Höcke-Interview zu ändern – LfM droht mit Konsequenzen
Sebastian KönigPodcaster Ben Berndt weigert sich, Höcke-Interview zu ändern – LfM droht mit Konsequenzen
Die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) hat den Podcaster Ben Berndt angewiesen, sein Interview mit dem rechtsextremen Politiker Björn Höcke nachträglich zu bearbeiten. Das Gespräch, das Teil von Berndts Podcast ungeskriptet ist, wurde bisher über sechs Millionen Mal gestreamt. Die LfM wirft Berndt vor, Höckes Darstellungen zu dessen strafrechtlichen Verurteilungen im Interview weder eingeordnet noch korrigiert zu haben.
Höcke verwendete während des Gesprächs den Slogan „Alles für Deutschland“, eine Parole, die mit seinen früheren Verurteilungen in Verbindung steht. Die LfM forderte Berndt auf, die Änderungen an der Folge bis zum 30. Juni zu bestätigen und erläuternde Hinweise einzufügen. Die Behörde bezeichnete ihr Vorgehen als „mildestes Mittel“ in Form einer Beanstandung und wies Berndts Vorwürfe der Zensur zurück.
Berndt hatte die Folge bereits einmal nach einem Hinweis der Politikerin Frauke Petry auf einen sachlichen Fehler überarbeitet. Diesmal jedoch verweigerte er die Umsetzung der Forderungen. Er warf dem Staat Zensurbestrebungen vor und erklärte: „Da habt ihr euch den Falschen ausgesucht.“ Zudem kündigte er an, keine Änderungen vorzunehmen, da dies andere Podcaster zur Selbstzensur veranlassen könnte.
Seit 2020 überwachen die Landesmedienanstalten bestimmte Online-Inhalte. Allein in Nordrhein-Westfalen wurden bisher 38 Beanstandungen ausgesprochen. Durch Berndts Widerstand bleibt der Konflikt vorerst ungelöst – die von der LfM gesetzte Frist zur Überarbeitung am 30. Juni verstrich ohne Folgeleistung. Der Fall verdeutlicht die anhaltenden Spannungen zwischen Content-Creatorn und Regulierungsbehörden um die redaktionelle Freiheit.
