17 June 2026, 18:21

RAW-Gelände in Friedrichshain: Nach elf Jahren droht das Aus für die Subkultur

Investor ruft Frieden ab

RAW-Gelände in Friedrichshain: Nach elf Jahren droht das Aus für die Subkultur

Ungewisse Zukunft für Berlins RAW-Gelände in Friedrichshain nach fast elf Jahren festgefahrener Verhandlungen

Nach nahezu elf Jahren ergebnisloser Gespräche bleibt die Zukunft des RAW-Geländes in Berlin-Friedrichshain ungewiss. Der Eigentümer, die Kurth Group, hat die Planungsbemühungen für gescheitert erklärt und drängt nun auf eine Wohnbebauung – statt der ursprünglich angedachten gewerblichen Nutzung.

Die Kurth Group hatte das Areal 2015 erworben, seither scheiterte sie jedoch daran, profitable Bebauungspläne mit dem Erhalt der subkulturellen Wurzeln des Ortes in Einklang zu bringen. 2022 wurde ein Kompromissvorschlag unterbreitet: Der ikonische „Kultur-Balken“ sollte erhalten bleiben, dafür wäre ein 100 Meter hohes Büroturm entstanden. Doch auch dieser Plan kam nie über das Stadium der Absichtserklärung hinaus.

2023 wurden die Verhandlungen wiederaufgenommen, eine Einigung schien bis Mai möglich – doch der Bezirk verweigerte vorzeitige Baugenehmigungen. 2024 zog sich die Kurth Group schließlich aus den Gesprächen zurück und warf dem Bezirk vor, frühere Absprachen mit einem Rahmenabkommen gebrochen zu haben, das vorrangig die Interessen Berlins und nicht ihre eigenen berücksichtige.

Nach Paragraf 34 des deutschen Baugesetzbuchs könnte eine Bebauung auch ohne formellen Bebauungsplan vorangetrieben werden – was Wohngebäude auf dem gesamten Gelände ermöglichen würde. Florian Falkenhagen, Geschäftsführer des Clubs Cassiopeia, erhielt bereits die mündliche Aufforderung, die Räumlichkeiten bis Monatsende zu verlassen. Auch andere Projekte auf dem Gelände müssen in den kommenden Wochen mit Kündigungen rechnen.

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Trotz aller Unsicherheit pulsierte das RAW-Gelände am Samstagabend noch vor Leben: Bei einer öffentlichen Übertragung verfolgten Besucher das Fußballspiel zwischen Brasilien und Marokko. Während der Eigentümer nun auf Wohnungen pocht, droht den bestehenden Kulturprojekten die Räumung. Das Scheitern der Verhandlungen wirft die Frage nach der Zukunft des Geländes erneut auf – und öffnet rechtlich den Weg für eine zügige Umnutzung.

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