Revolution in der Stammzelltherapie: Projekt RauPE startet im Juli 2024
Sebastian KönigRevolution in der Stammzelltherapie: Projekt RauPE startet im Juli 2024
Neues Forschungsprojekt RauPE startet im Juli 2024 – Revolution für die Stammzelltherapie-Produktion
Im Juli 2024 startet das innovative Forschungsprojekt RauPE, das die Herstellung von Stammzelltherapien grundlegend verändern soll. Gefördert von der Europäischen Union und dem Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen des EFRE.NRW-Programms, zielt die Initiative darauf ab, die Produktion zu automatisieren und im großen Maßstab zu ermöglichen. Dadurch könnten fortschrittliche Behandlungen für Patienten mit degenerativen und krebsbedingten Erkrankungen erschwinglicher und breiter verfügbar werden.
Im Mittelpunkt des Projekts steht die Gewinnung extrazellulärer Vesikel (EVs) – winziger, aber hochwirksamer Partikel, die von Stammzellen freigesetzt werden. Diese Vesikel bergen großes Potenzial für die Behandlung schwerer Krankheiten, doch ihre Empfindlichkeit und die hohen Produktionskosten haben bisher eine großflächige Anwendung eingeschränkt. Bisherige Methoden scheitern oft daran, Zellen effizient zu vermehren, was ein zentrales Hindernis für den therapeutischen Einsatz darstellt.
Um diese Herausforderung zu meistern, entwickelt das RauPE-Team eine automatisierte Plattform zur Zellvermehrung. Das Universitätsklinikum Essen hat dafür speziell für therapeutische Anwendungen immortalisierte mesenchymale Stammzellen (ciMSCs) erzeugt. Gleichzeitig hat die BioThrust GmbH Membranreaktor-Kartuschen konzipiert, die das Wachstum empfindlicher Stammzellen im großen Stil verbessern sollen.
Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie (IPT) wird den gesamten EV-Herstellungsprozess in seine AUTOSTEM-Laborplattform integrieren. Dieses System garantiert Effizienz und Sicherheit bei gleichzeitig sinkenden Kosten. Durch die Bündelung von Know-how aus medizinischer Biotechnologie, Bioverfahrens- und Automatisierungstechnik streben die Projektpartner eine durchgängig optimierte Produktion an – von der Züchtung bis zum Endprodukt.
Das RauPE-Projekt könnte die Herstellung von Stammzelltherapien beschleunigen, kostengünstiger machen und zuverlässiger gestalten. Gelingt der Durchbruch, würde die automatisierte Plattform den Zugang zu lebensrettenden Behandlungen für Patienten in ganz Europa deutlich erweitern. Die erste Projektphase beginnt im Juli 2024 mit Unterstützung durch regionale und EU-Fördermittel.






