Rheinbrücken in desolatem Zustand: Wirtschaft fordert schnellere Sanierungen und Neubauten
Sebastian KönigRheinbrücken in desolatem Zustand: Wirtschaft fordert schnellere Sanierungen und Neubauten
Viele der 23 Straßenbrücken über den Rhein zwischen Emmerich und Bonn befinden sich in schlechtem Zustand. Dringende Sanierungen und Neubauten sind nötig, doch langwierige Planungsverfahren verzögern die Fortschritte. Wirtschaftsvertreter und Juristen fordern nun schnellere Lösungen, um Kosten zu senken und Beeinträchtigungen zu verringern.
Ein zentrales Beispiel ist die Josef-Kardinal-Frings-Brücke, die zwar starken Güterverkehr trägt, für die Wirtschaft aber ein Nadelöhr bleibt. Über die Josef-Kardinal-Frings-Brücke rollen täglich rund 3.500 voll beladene Lkw. Ein Großteil dieses Verkehrs versorgt die Häfen in Neuss und Düsseldorf. Doch die begrenzte Kapazität verursacht jährliche volkswirtschaftliche Verluste von etwa 45 Millionen Euro.
Der Neubau der Brücke soll erst 2035 abgeschlossen sein – allein sechs bis acht Jahre entfallen auf Planung und Vergabeverfahren. Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, kritisiert das zähe Tempo des Projekts. Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf, fordert gesetzliche Änderungen, um die Verfahren zu beschleunigen.
Berghausen plädiert dafür, Ersatzneubauten künftig verbindlich innerhalb eines Jahres umzusetzen. Die Juristen Dr. Elmar Loer und Dr. Alexander Beutling unterstützen dies und schlagen vor, Planungsphasen auf zwölf Monate zu begrenzen. Bis Ende 2025 erwartet Berghausen Gesetzesentwürfe, die Planungszeiten halbieren und Sanierungen beschleunigen könnten.
Auch auf der Schiene laufen Modernisierungsarbeiten. Die Erneuerung von Brücken auf der rechten Rheinstrecke zwischen Troisdorf und Wiesbaden ist für Juli bis Dezember 2026 vorgesehen. Unklar bleibt jedoch, wie viele der 23 Rheinbrücken in der Region in den vergangenen fünf Jahren saniert oder ersetzt wurden.
Die Verzögerungen bei der Instandsetzung der Rheinbrücken kosten die Wirtschaft jährlich Millionen. Schnellere Planungsverfahren und strengere Fristen könnten die Belastung für den Güterverkehr und die regionale Wirtschaft verringern. Falls bis 2025 neue Gesetze in Kraft treten, könnten Projekte wie der Neubau der Josef-Kardinal-Frings-Brücke zügiger vorankommen.






