"Richi"-Meme: Warum die Schweizer Familie jetzt gegen die Viral-Karriere kämpft
Niklas Schmitz"Richi"-Meme: Warum die Schweizer Familie jetzt gegen die Viral-Karriere kämpft
Ein langjähriger Schweizer Internet-Meme hat erneut für Kontroversen gesorgt, nachdem sich die betroffene Familie gegen die unautorisierte Nutzung ausgesprochen hat. Der sogenannte "Richi"-Meme, der einen Jungen zeigt, der von einem Bagger fällt, begleitet vom lauten Ruf seines Vaters, stammte ursprünglich aus einer TV-Folge des Jahres 2010. Nun wehrt sich die Familie Schömbächler gegen die kommerzielle Verwertung ohne ihre Zustimmung.
Der Meme entstand in einer Folge der SRF-Sendung "Auf und davon", die 2010 ausgestrahlt wurde. Darin war zu sehen, wie die Familie Schömbächler nach Kanada auswandert – inklusive einer Szene, in der der junge Richi von einem Bagger kippt und sein Vater Hermann erschrocken aufschreit. Mit der Zeit entwickelte sich der Ausschnitt zum viralen Hit und inspirierte Merchandise-Artikel wie Socken, Aufnäher und sogar ein Kinderbuch.
2022 veröffentlichte die Schweizer Band Stubete Gäng einen Song mit dem Titel Richi, in dem Hermanns Ruf gesampelt wurde. Der Track wurde populär, und der Schweizer Eishockeyverband nutzte ihn später als Torhymne. Nach Protesten der Familie stellte der Verband die Wiedergabe jedoch ein.
Der SRF erklärt, zwar teilweise Rechte an den Aufnahmen zu besitzen, erkennt aber an, dass der Familie Persönlichkeitsrechte an ihrem Bild und ihrer Stimme zustehen. Unterdessen kündigte Stubete Gäng an, den Song ohne Hermanns Stimme neu aufzunehmen. Trotz der Streitigkeiten verkauft der Online-Händler Swissmeme weiterhin Richi-Produkte und verweist auf laufende Lizenzverhandlungen mit dem SRF.
Die Familie Schömbächler versucht seit Langem, ihre Kinder vor der öffentlichen Aufmerksamkeit zu schützen. Sie argumentiert, die kommerzielle Nutzung des Memes verletze ihre Privatsphäre und sei nie autorisiert worden.
Der Fall zeigt das Spannungsfeld zwischen viralem Ruhm und persönlichen Rechten. Während SRF und die Familie weiter über die Verwendung der Aufnahmen verhandeln, passen Unternehmen und Künstler ihre Produkte an. Die Zukunft des Richi-Memes – sowohl rechtlich als auch kulturell – bleibt vorerst ungewiss.






