Rindfleischpreise explodieren – doch Landwirte verdienen weniger denn je
Nina LehmannRindfleischpreise explodieren – doch Landwirte verdienen weniger denn je
Rindfleischpreise in Deutschland sorgen für Frust bei Verbrauchern und Erzeugern
Während Verbraucher für Produkte wie Döner Kebabs deutlich mehr bezahlen müssen, sinken die Einnahmen der Rinderhalter bereits zum zweiten Mal in Folge. Die Schere zwischen Einzelhandelspreisen und Erzeugerentgelten geht weiter auseinander.
Anfang Juli zahlten Verbraucher 20,8 Prozent mehr für Rindfleisch als im Vorjahreszeitraum. Ein Döner, ein beliebtes Fast-Food-Produkt, kostet in vielen Regionen inzwischen fast 10 Euro – 2023 waren es noch etwa 9 Euro. Ein Standbetreiber in Friedrichshafen argumentiert, dass ein fairer Preis für einen Rindfleisch-Döner angesichts steigender Zutatenkosten mindestens 9 Euro betragen müsste.
Doch während die Einzelhandelspreise steigen, sinken die Erlöse für Landwirte. Die Rinderpreise sind erneut gefallen: Der Verbandspreis für Jungbullen (Klasse R3) liegt nun bei 6,80 Euro pro Kilogramm Lebendgewicht. Insgesamt sind die Preise in allen Kategorien um 10 Cent pro Kilogramm gesunken. Branchenkenner machen schwache Fleischverkäufe und Druck von Seiten der Metzger für den Rückgang verantwortlich.
Versorgungsengpässe verschärfen die Lage. Die Schlachtzahlen in Deutschland bleiben deutlich unter denen des Vorjahres, was zu steigenden Rindfleischimporten führt. Auf den Großmärkten herrscht Knappheit bei bestimmten Fleischstücken, was die Preise für Käufer hoch hält. Dennoch erhalten die Landwirte weniger für ihre Tiere – ihre Gewinne schrumpfen.
Die Preisschere belastet beide Enden der Lieferkette: Verbraucher zahlen mehr für Rindfleischgerichte, während Landwirte pro Tier weniger verdienen. Da die Schlachtzahlen niedrig bleiben und die Importe steigen, gibt es keine Anzeichen für eine baldige Entspannung der Marktlage. Die Döner-Preise, die in vielen Regionen inzwischen bei 10 Euro liegen, spiegeln den allgemeinen Trend steigender Lebensmittelkosten wider.






