Rosa Flamingos gegen Kushners Luxusresort: Albaniens umstrittenes Milliardenprojekt
Sebastian KönigRosa Flamingos gegen Kushners Luxusresort: Albaniens umstrittenes Milliardenprojekt
Albanien, ein kleines Balkanland an der Adria, steht selten im Fokus der weltweiten Schlagzeilen. Doch jüngste Ereignisse haben internationale Aufmerksamkeit auf seine politische und ökologische Landschaft gelenkt.
Demonstranten, die auf einer albanischen Insel mit rosa Flamingo-Ausschnitten winken, sorgen derzeit für mediales Aufsehen. Die Proteste richten sich gegen ein geplantes Milliardenprojekt: ein Luxusresort von Jared Kushner, dem Schwiegersohn des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump. Kushner kündigte das Vorhaben auf der geschützten Insel an, kurz nachdem Trump seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2024 bekanntgegeben hatte. Berichten zufolge verlieh die Regierung von Ministerpräsident Edi Rama Kushners Firma den Status eines „strategischen Investors“ – mit Steuerbefreiungen, ohne Ausschreibungen und Umweltprüfungen.
Das Vjosa-Narta-Delta, wo das Resort entstehen soll, wurde 2023 zu Europas erstem Nationalpark für Wildflüsse erklärt. Es ist ein lebenswichtiger Rückzugsort für seltene Flamingos, Pelikane und Schildkrötenbrutstätten. Gleichzeitig hat Albanien seine Außenpolitik eng an die USA und Israel angelehnt: Das Land trat Trumps „Friedensgremium“ bei und entsandte Friedenssoldaten in den Gazastreifen. Diese Ausrichtung wirft Fragen nach der Vereinbarkeit mit der EU-Außenpolitik auf.
Als mehrheitlich muslimisches, aber säkulares Land ist Albanien ein überzeugtes NATO-Mitglied und ein proamerikanischer Verbündeter. Seit 2013 beherbergt es Tausende Mitglieder der Muǧahidin-e Chalq (MEK), einer iranischen Oppositionsgruppe, die aus dem Irak umgesiedelt wurde. Ministerpräsident Rama unterstützt die MEK öffentlich und nutzt sie, um den Iran anzugreifen – Teheran wirft er vor, Proteste und Cyberterrorismus zu schüren. Albaniens Beziehungen zu Israel passen in seine „Peripherie-Strategie“, mit der das Land diplomatische Isolation im Nahen Osten durchbrechen will.
Die Inselproteste und Kushners Resort-Pläne stellen Albaniens Umwelt- und Politikentscheidungen auf den Prüfstand. Die enge Anbindung an westliche Partner wie die USA und Israel prägt weiterhin die Außenpolitik des Landes. Die Präsenz der MEK verstärkt zudem die Spannungen in den regionalen Beziehungen.






