Sexismus-Vorwürfe erschüttern ARD-Literatursendung Druckfrisch nach Scheck-Kritik
Niklas SchmitzSexismus-Vorwürfe erschüttern ARD-Literatursendung Druckfrisch nach Scheck-Kritik
Eine Debatte über Sexismus ist um die Literatursendung Druckfrisch des ARD entbrannt, ausgelöst durch scharfe Kritik des Moderators Denis Scheck. Die Autorinnen Sophie Passmann und Ildikó von Kürthy haben seine Bewertungen öffentlich als ungerecht und diskriminierend angeprangert. Der Sender hat nun Stellung bezogen und betont zwar sein Engagement für Gleichberechtigung, muss sich aber mit der Kontroverse auseinandersetzen.
Der Streit begann, als Scheck, der langjährige Gastgeber der Sendung, die Bücher von Passmann und von Kürthy in seinem markanten konfrontativen Stil rezensierte. Beide Werke landeten – wie in der Sendung üblich – spektakulär in einer Müllrutsche. Passmann bezeichnete seine Kritik an ihrem Buch später als "nicht nur grausam, sondern vor allem sexistisch". Von Kürthy kündigte in einem Essay für Die Zeit an, sich solche Herabwürdigungen nicht länger gefallen zu lassen.
Der ARD hat inzwischen eine Erklärung abgegeben und seine Haltung gegen Frauenfeindlichkeit bekräftigt. Der Sender betonte, Druckfrisch stehe für Geschlechtergerechtigkeit und vielfältige Perspektiven. Zudem wurde hervorgehoben, dass Scheck in jüngsten Folgen mehr Bücher von Autorinnen gelobt als kritisiert habe. Das Netzwerk versicherte, das Geschlecht eines Autors oder einer Autorin spiele bei der literarischen Bewertung keine Rolle.
Auch Elke Heidenreich, eine weitere prominente Stimme, meldete sich mit einem eigenen Die Zeit-Essay zu Wort. Sie verurteilte Schecks Rezensionsstil und hinterfragte die Rolle des ARD, der eine solche Plattform biete. Scheck selbst beharrt darauf, dass sich seine Kritik ausschließlich auf die Bücher beziehe – nicht auf deren Autorinnen oder Leser:innen.
Die Auseinandersetzung hat den ARD in die Defensive gedrängt und den Sender gezwungen, seine Position zur Geschlechterrepräsentation zu präzisieren. Während Druckfrisch weiter ausgestrahlt wird, lenkt die Debatte über Schecks Vorgehen die Aufmerksamkeit auf die Frage, wie literarische Kritik im öffentlichen Rundfunk vermittelt wird. Die Stellungnahme des Senders unterstreicht zwar den Anspruch auf Fairness, doch die Diskussion unter Autor:innen und Kritiker:innen ebbt nicht ab.






