Solingen diskutiert umstrittene Absenkung der Klassenzimmertemperaturen auf 19 °C
Matteo BöhmSolingen diskutiert umstrittene Absenkung der Klassenzimmertemperaturen auf 19 °C
Der Stadtrat von Solingen erwägt einen Vorschlag, die Klassenzimmertemperaturen in diesem Winter auf 19 °C zu senken. Die Entscheidung soll nach den Herbstferien fallen. Doch der Plan stößt auf Widerstand der Freien Demokratischen Partei (FDP).
Die FDP argumentiert, dass eine Absenkung der Heiztemperatur auf 19 °C gegen die deutsche Arbeitsstättenverordnung und die Unfallversicherungsvorschriften verstoßen würde, die eine Mindesttemperatur von 20 °C in Klassenzimmern vorsehen. Die Partei warnt zudem, dass ein Alleingang ein falsches Signal senden könnte, da Solingen sich mit den Nachbarstädten wie Wuppertal und Remscheid abstimmen wolle, die keine solchen Pläne verfolgen.
Raoul Brattig, Vorsitzender des Schulausschusses, unterstützt zwar Energiesparmaßnahmen, betont aber, dass Schüler nicht in kalten Räumen lernen sollten. Schulen in Solingen sind bereits von den bundesweiten Energiesparvorgaben ausgenommen – gerade wegen der Temperaturvorschriften.
Stattdessen setzt sich die FDP für andere Maßnahmen ein, etwa für Aufklärungskampagnen gegen das Heizen bei gekippten Fenstern oder gegen unnötiges Lüften in Fluren. Die endgültige Entscheidung des Rates wird nach den Herbstferien erwartet. Sollte der Vorschlag angenommen werden, würde er dennoch gegen nationale Bestimmungen verstoßen. Die Debatte zeigt, wie schwierig es ist, Energiesparziele mit rechtlichen und praktischen Anforderungen in Einklang zu bringen.
