Solingen kämpft mit überlasteten Schulen – 400 Millionen Euro könnten nicht reichen
Nina LehmannSolingen kämpft mit überlasteten Schulen – 400 Millionen Euro könnten nicht reichen
Solingen steht vor wachsendem Druck auf seine Schulinfrastruktur, da die Kapazitäten in nahezu allen Schulformen an ihre Grenzen stoßen. Die Stadt investiert fast 400 Millionen Euro in den Schulbau – doch selbst das könnte nicht ausreichen, um langjährige Probleme zu lösen oder den künftigen Bedarf zu decken.
Bereits jetzt herrscht ein akuter Mangel an Plätze an weiterführenden Schulen, und die Lage wird sich verschärfen, sobald ab 2026 der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung (OGS) in Kraft tritt. Unklar bleibt jedoch, ob Bund und Land die damit verbundenen Kosten übernehmen – die kommunalen Planungen hängen damit in der Schwebe.
Das Neubauprojekt „Schulcampus Vogelsang“ verzögert zudem weitere Baumaßnahmen und schiebt dringend benötigte Sanierungen um Jahre auf. Gleichzeitig bietet der Bau einer neuen Grundschule die Chance, das Bildungsangebot in der Stadt neu zu denken.
Jens Merten, Vorsitzender des VBE Solingen (Verband Bildung und Erziehung), kritisierte den aktualisierten Schulentwicklungsplan als „verheerende Nachricht“ für die betroffenen Schulen. Er betonte, dass Bildung Vorrang vor weiteren Debatten haben müsse und die lokale Politik in der Pflicht stehe, nachhaltige Lösungen zu erarbeiten.
Die unsichere Finanzierung der Ganztagsbetreuung belastet die Schulentwicklungspläne zusätzlich. Angesichts knapper Ressourcen muss die Stadt nun schnell handeln, um stabile Finanzierungen zu sichern und weitere Verzögerungen zu vermeiden. Die Verantwortung liegt nun bei den lokalen Entscheidungsträgern, sicherzustellen, dass die Schulen sowohl aktuelle als auch künftige Anforderungen erfüllen können.
