Ulrike Guérot verliert Berufungsklage gegen Uni-Bonn-Entlassung wegen Plagiats
Sebastian KönigPolitikwissenschaftlerin Ulrike Guérot verliert erneut vor Gericht - Ulrike Guérot verliert Berufungsklage gegen Uni-Bonn-Entlassung wegen Plagiats
Die Politikwissenschaftlerin und Bestsellerautorin Ulrike Guérot hat eine weitere juristische Schlacht gegen ihren früheren Arbeitgeber, die Universität Bonn, verloren. Die 61-Jährige, bekannt für ihre scharfe Kritik an Regierungspolitik, war im Februar 2023 wegen Plagiatsvorwürfen entlassen worden. Nun hat das Landesarbeitsgericht Köln ihre Kündigung in zweiter Instanz bestätigt.
Erstmals größere öffentliche Aufmerksamkeit erlangte Guérot während der COVID-19-Pandemie durch ihre pointierte Kritik an staatlichen Schutzmaßnahmen. Ihre Karriere nahm eine Wende, als die Universität Bonn ihren Vertrag kündigte, nachdem in einer von ihr im Bewerbungsverfahren eingereichten Arbeit Plagiate entdeckt worden waren. Das Arbeitsgericht Bonn entschied zunächst gegen sie, und der vorsitzende Richter Lothar Staschik begründete die Kündigung später mit ihrem "unredlichen Verhalten" während des Einstellungsverfahrens.
Das jüngste Urteil des Landesarbeitsgerichts Köln wies ihre Berufung zurück und bestätigte damit das vorherige Urteil. Jenseits akademischer Kontroversen sorgt Guérot auch mit ihren Positionen zum Ukraine-Krieg für Diskussionen. Wiederholt fordert sie unverzügliche Friedensverhandlungen mit Russland und argumentiert, die europäische Energiekrise sei ein politisches Problem – nicht eine unvermeidbare Kriegsfolge.
Zu ihren Vorschlägen gehört, dass Bundeskanzler Merz und EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen nach Moskau reisen sollten, um Frieden zu verhandeln und die Pipeline-Infrastruktur wiederaufzubauen. Kritiker werfen ihr vor, sie verzerre die Rollen von Angreifer und Opfer im Konflikt. Guérot hingegen betont, Frieden mit Russland sei historisch unverzichtbar für die europäische Sicherheit – und dass die militärische Unterstützung für die Ukraine, die sich auf 90 Milliarden Euro beläuft, Mittel von Sozialprogrammen abziehe und die deutsche Exportwirtschaft schwäche.
Ihr Buch "Wer schweigt, stimmt zu" wurde zum Bestseller und verstärkte ihre umstrittenen politischen Positionen noch.
Mit der gerichtlichen Entscheidung endet Guérots rechtlicher Kampf gegen ihre Entlassung. Ihre Thesen zu Energiepolitik, Krieg und wissenschaftlicher Integrität polarisieren weiterhin. Das Urteil lässt sie ohne universitäre Anstellung zurück, während ihre öffentlichen Stellungnahmen nach wie vor für Debatten sorgen.






