Viersen droht die Pleite: 39 Millionen Defizit und steigende Steuern
Niklas SchmitzViersen droht die Pleite: 39 Millionen Defizit und steigende Steuern
Viersen steht vor ernsten finanziellen Problemen: Für 2026 wird ein Haushaltsdefizit von 39 Millionen Euro prognostiziert, und bis 2029 drohen weitere Fehlbeträge. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) warnt nun vor geplanten Steuererhöhungen, da diese die wirtschaftliche Lage der Stadt weiter verschärfen könnten.
Stattdessen setzt sich die IHK für eine engere Zusammenarbeit zwischen den Kommunen und eine Konzentration auf gemeinsame Dienstleistungen ein, um die Kosten zu senken.
Der Haushaltsentwurf der Stadt für 2027 sieht mögliche Anhebungen der Grundsteuer (Typ B) und der Gewerbesteuer vor. Die IHK lehnt diese Maßnahmen entschieden ab und argumentiert, dass höhere Gewerbesteuern die Wettbewerbsfähigkeit Viersens schwächen würden. Bereits jetzt hat die Stadt den zweithöchsten Grundsteuersatz für gewerbliche Immobilien im IHK-Bezirk.
Steigende Ausgaben bereiten der Stadt große Sorgen. Deutliche Erhöhungen bei den Kosten für Jugendhilfe und den Kreisumlagebeitrag belasten den Haushalt zusätzlich. Auch die Personalausgaben wachsen rasant, trotz freiwilliger Konsolidierungsbemühungen der Stadt.
Die IHK schlägt Alternativen zu Steuererhöhungen vor: Sie regt eine Ausweitung der interkommunalen Zusammenarbeit an, um Verwaltung zu straffen und Dienstleistungen gemeinsam zu erbringen. Zudem fordert die Organisation, in Viersen mehr Gewerbegebiete auszuweisen, was die kommunalen Einnahmen steigern könnte.
Ohne Kurskorrektur droht der Stadt bis 2031 die Insolvenz. Jährliche Defizite von 25 bis 35 Millionen Euro werden erwartet, die die Finanzkrise weiter vertiefen.
Die Warnungen der IHK unterstreichen die Dringlichkeit der finanziellen Lage Viersens. Steuererhöhungen könnten Unternehmen vertreiben, während eine intensivere Zusammenarbeit mit Nachbarcommunen einen Weg bietet, die Ausgaben zu reduzieren. Die Stadt muss nun entscheiden, wie sie ihren Haushalt konsolidieren kann, ohne ihre wirtschaftliche Zukunft zu gefährden.