Wanderungsströme kehren sich um: Warum Siegen-Wittgenstein jetzt Menschen an Ostdeutschland verliert
Matteo BöhmWanderungsströme kehren sich um: Warum Siegen-Wittgenstein jetzt Menschen an Ostdeutschland verliert
Wanderungsbewegungen zwischen Siegen-Wittgenstein und den neuen Bundesländern haben sich in den letzten drei Jahrzehnten gewandelt. Während nach der Wiedervereinigung Tausende in die Region zogen, zeigen die jüngsten Jahre ein umgekehrtes Bild: Mehr Menschen verlassen Siegen-Wittgenstein in Richtung Ostdeutschland, als dorthin kommen. Dieser Trend hält seit 2020 an und kehrt die früheren Wanderungssalden um.
Den Höhepunkt erreichte die Zuwanderung 1991, als sich fast 1.200 Menschen aus den neuen Bundesländern in Siegen-Wittgenstein niederließen. Im Laufe der Zeit pendelten sich die Zahlen ein: Seit 2010 liegen die jährlichen Zuzüge stabil zwischen 200 und 300 Personen.
Seit der Wiedervereinigung sind rund 12.700 Menschen aus Ostdeutschland in die Region gezogen. Gleichzeitig verließen jedoch etwa 9.200 Siegen-Wittgenstein in Richtung der neuen Bundesländer. Die meisten dieser Migrantinnen und Migranten stammten ursprünglich aus Sachsen-Anhalt, während aus Mecklenburg-Vorpommern die wenigsten Neuankömmlinge kamen.
In den letzten Jahren hat sich die Bilanz jedoch verschoben: Seit 2020 sind mehr Einwohner in die neuen Bundesländer abgewandert, als von dort zugezogen sind.
Die Daten zeigen einen deutlichen Wandel in den Wanderungsströmen zwischen Siegen-Wittgenstein und Ostdeutschland. Nach Jahrzehnten mit einem Zuzugsüberschuss hat sich der Trend umgekehrt – seit 2020 übersteigen die Fortzüge die Zuzüge. Sachsen-Anhalt bleibt das wichtigste Herkunftsland der Migranten, während Mecklenburg-Vorpommern die geringste Zahl an Neuzuwanderern stellt.






