Wasserstoff revolutioniert Hochtemperatur-Prozesse in Stahl- und Aluminiumindustrie
Matteo BöhmWasserstoff revolutioniert Hochtemperatur-Prozesse in Stahl- und Aluminiumindustrie
Neues Forschungsprojekt HyInHeat testet Wasserstoff als Brennstoff in Hochtemperatur-Industrieprozessen
Das Projekt HyInHeat erforscht den Einsatz von Wasserstoff als alternativen Brennstoff in hochtemperaturbasierten Industrieverfahren – mit Fokus auf die Aluminium- und Stahlbranche. Ziel ist es, CO₂- und Stickoxidemissionen zu senken und gleichzeitig die Energieeffizienz zu steigern.
Geleitet wird die Initiative vom Lehrstuhl für Industrieöfen und Wärmeprozesstechnik der RWTH Aachen. Beteiligt sind 30 Partner aus 12 Ländern; die EU fördert das Vorhaben mit 17,7 Millionen Euro. Die Arbeiten laufen bis Ende 2026.
Im Mittelpunkt stehen Prozesse wie Schmelzen, Erwärmen und Wärmebehandlung. Die Forscher entwickeln Industrieöfen und Komponenten weiter, um eine effiziente Wasserstoffverbrennung zu ermöglichen. Dabei bleibt die Einhaltung von Produktqualität und Energieeffizienz eine zentrale Voraussetzung für die Umsetzung in der Praxis.
Ergänzend werden alternative Verfahren wie sauerstoffangereicherte Verbrennung oder die Kombination von Wasserstoff mit Sauerstoff untersucht. Weitere Ziele umfassen die Digitalisierung von Prozessen, die nachhaltige Nutzung feuerfester Materialien sowie die Entwicklung neuer Messmethoden für NOₓ-Emissionen.
Langfristig soll das Projekt dazu beitragen, die Aluminium- und Stahlproduktion umweltfreundlicher und effizienter zu gestalten. Industrieöfen werden schrittweise auf Wasserstoffbetrieb umgestellt – vorausgesetzt, Qualitäts- und Leistungsstandards bleiben gewahrt. Die Ergebnisse könnten die ökologische Bilanz dieser energieintensiven Branchen deutlich verbessern.
