17 March 2026, 04:02

Wasserstoffbranche kämpft mit schwacher Nachfrage und Kursverlusten bei Nel ASA und Co.

Ein elegantes, modernes Wasserstoff-Brennstoffzellen-Elektrofahrzeug mit glänzendem Schwarzlack, das mit seinen Komponenten einschließlich der Batterie und des Kraftstofftanks beschriftet ist, vor einem hellgelben Hintergrund.

Wasserstoffbranche kämpft mit schwacher Nachfrage und Kursverlusten bei Nel ASA und Co.

Die Wasserstoffbranche steht vor neuen Herausforderungen, da wichtige Akteure mit schwacher Nachfrage und finanziellen Rückschlägen kämpfen. Unternehmen wie Nel ASA, Bloom Energy und ITM Power verzeichnen schwankende Aktienkurse bei gemischter Investorenstimmung. Trotz einiger positiver Signale bleiben Zweifel an der kurzfristigen Wachstumsfähigkeit der Branche bestehen.

Gleichzeitig stoßen öffentliche Projekte mit Wasserstofftechnologie – wie die Müllfahrzeuge in Bielefeld – auf praktische Hindernisse, die Fragen zur realen Markteinführung aufwerfen.

Der norwegische Wasserstoffspezialist Nel ASA notiert mit Aktienkursen um 0,18–0,20 Euro Mitte März 2026 nahe historischer Tiefstände – ein steiler Fall gegenüber den Höchstständen von über 2,50 Euro vor fünf Jahren und immer noch etwa 29 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von März 2025. Das Unternehmen meldete für 2025 einen Umsatzrückgang um 31 Prozent auf 963 Millionen norwegische Kronen (NOK) sowie einen Rekordverlust von 1,27 Milliarden NOK.

Eine leichte Erholung um 2,2 Prozent folgte, nachdem Nel einen Rekordauftragsbestand von 1,319 Milliarden NOK (plus 34 Prozent) und vielversprechende Tests einer neuen Elektrolyseur-Plattform hervorhob, deren Markteinführung für die erste Jahreshälfte 2026 geplant ist. Unterstützung durch den EU-Innovationsfonds in Höhe von bis zu 135 Millionen Euro sowie eine solide Liquidität von 1,6 Milliarden NOK gaben den Anlegern etwas Rückhalt.

Auch Bloom Energy, ein weiterer großer Player, verlor am Freitag 1,7 Prozent und schloss bei 154,51 US-Dollar – das Ende einer monatelangen Rallye. Die Enttäuschung rührte daher, dass erwartete neue Brennstoffzellen-Verträge ausblieben, obwohl das Unternehmen 2025 einen bedeutenden Deal mit Oracle abgeschlossen hatte. Investoren zeigen sich skeptisch, ob weitere Großaufträge folgen werden.

ITM Power geriet ebenfalls unter Druck: Der Aktienkurs fiel am Montag um 2,1 Prozent auf 0,73 Euro. Zwar kündigte das Unternehmen kürzlich die finale Investitionsentscheidung für ein großes Projekt an, doch Sorgen über die allgemeine Performance bleiben.

Auch im öffentlichen Sektor läuft nicht alles reibungslos: Die städtische Abfallwirtschaft in Bielefeld musste ihre wasserstoffbetriebenen Müllfahrzeuge wegen Treibstoffmangels stilllegen. Lokale Verantwortliche winken jedoch ab und betonen, es handle sich um ein vorübergehendes Problem – ihr Bekenntnis zur Wasserstofftechnologie bleibe unverändert.

Am gesamten Markt mehren sich Anzeichen von Unsicherheit, wobei Zweifel an Überinvestitionen in Sektoren wie Künstlicher Intelligenz aufkommen. Diese vorsichtige Stimmung schwappt auf die Wasserstoffbranche über, wo der Optimismus über langfristiges Potenzial mit der aktuellen finanziellen Realität kollidiert.

Die Unternehmen der Branche bewegen sich weiterhin in einem schwierigen Umfeld mit schwacher Auftragslage, Verlusten und volatilen Aktienkursen. Zwar verweisen einige, wie Nel ASA, auf starke Auftragsbestände und anstehende Produktneuheiten als Grund zur Hoffnung – doch die unmittelbaren Herausforderungen sind unübersehbar. Ob öffentliche Projekte und das Investorenvertrauen gestärkt werden können, hängt davon ab, ob es den Firmen gelingt, vielversprechende Ansätze in nachhaltiges Umsatzwachstum umzumünzen.

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