24 March 2026, 14:02

Wie das Ballett Nurejew ein umstrittenes Meisterwerk der Tanzgeschichte wurde

Zwei Balletttänzer, die auf der Bühne vor einem Publikum tanzen, mit einer gemalten Kulisse aus *Romeo und Julia*.

Wie das Ballett Nurejew ein umstrittenes Meisterwerk der Tanzgeschichte wurde

Das Ballett Nurejew erzählt die Geschichte eines der berühmtesten Tänzer der Geschichte: Rudolf Nurejew. Die 2017 am Moskauer Bolschoi-Theater uraufgeführte Produktion verbindet prunkvolle Bühnenbilder mit den dramatischen Höhen und Tiefen seines Lebens. Ihre Energie und Symbolkraft machten sie sowohl zu einem Kritikererfolg als auch zu einem umstrittenen Werk.

Nurejew wurde 1938 als Sohn baschkirisch-tatarischer Eltern während einer Reise auf der Transsibirischen Eisenbahn in der Nähe des Baikalsees geboren. Weltberühmt wurde er, bevor er 1993 in Paris an den Folgen von Aids starb. Sein außergewöhnlicher Werdegang und seine persönlichen Kämpfe – darunter seine Flucht aus der Sowjetunion – stehen im Mittelpunkt der Ballett-Handlung.

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Die Premiere fand im Dezember 2017 statt, Monate später als geplant. Regisseur Kirill Serebrennikow war im August 2017 unter dem Vorwurf der Veruntreuung verhaftet worden, doch viele sahen in seiner offenen Homosexualität das eigentliche Motiv. Unter Hausarrest verpasste er die Uraufführung, die ohne ihn stattfand. Der Choreograf Juri Possochow, in der ukrainischen Stadt Luhansk geboren und heute US-Bürger, leitete gemeinsam mit Serebrennikow das kreative Team.

Das opulente Bühnenbild des Balletts spiegelt Nurejews extravagantes Leben wider: mit männlichen Akten alter Meister, Thonet-Stühlen, Sofas von Maria Callas und sogar seiner italienischen Insel. Die Auseinandersetzung mit Freiheit und Identität – Bleiben oder Gehen – verweist auf die eigenen Dilemmata des Tänzers. Trotz aller Anerkennung wurde das Ballett 2023 in Russland verboten, da es "nicht-traditionelle sexuelle Beziehungen" darstelle.

Eine frühere Fassung von Nurejew war bereits 1995 am Berliner Staatsballett uraufgeführt worden – im selben Jahr, in dem sein Nachlass versteigert wurde. Doch die Neuinszenierung des Bolschoi-Theaters von 2017 entwickelte sich zur maßgeblichen Version und festigte ihren Platz in der modernen Ballettgeschichte.

Nurejew bleibt ein kraftvolles Denkmal für einen Tänzer, der Grenzen sprengte. Die Verbindung aus künstlerischem Anspruch und Kontroverse unterstreicht sowohl Nurejews Erbe als auch die Herausforderungen für diejenigen, die seine Geschichte auf die Bühne bringen. Die Produktion gastiert weiterhin international – in Russland wird sie nicht mehr gezeigt.

Quelle