24 March 2026, 22:02

Wie Fritz Langs Filme die Ängste der Weimarer Republik vorwegnahmen

Detailierte alte Karte von Weimar, Deutschland, zeigt Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten mit zusätzlichem Text über Bevölkerung und bemerkenswerte Merkmale.

Wie Fritz Langs Filme die Ängste der Weimarer Republik vorwegnahmen

Kostenloser Vortrag über Fritz Langs Filme in der Weimarer Republik im Essener Volkshochschule

Am Donnerstag, den 26. März um 19 Uhr, findet in der Volkshochschule Essen ein öffentlicher Vortrag zum 50. Todestag des Regisseurs Fritz Lang statt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Langs Werke die Ängste und Spannungen des vornationalsozialistischen Deutschlands einfingen.

Der Abend wird von Torsten Reters, Historiker, Soziologe und Sachbuchautor, gestaltet. Neben einer filmischen Analyse werden Ausschnitte aus Langs prägendsten Werken gezeigt.

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Fritz Langs Filme aus der Weimarer Zeit spiegeln die Zerrissenheit einer Gesellschaft am Abgrund wider. Meisterwerke wie "Dr. Mabuse, der Spieler", "Metropolis" und "M – Eine Stadt sucht einen Mörder" thematisierten urbanes Chaos, steigende Kriminalität und psychische Labilität – Motive, die die wirtschaftliche Not und politische Instabilität voraufnahmen, die schließlich in den Aufstieg des Nationalsozialismus mündeten.

Besonders "M" wurde zum Meilenstein des Kinos, indem es das Genre des städtischen Thrillers prägte. Der Film erzählt von einem Serienmörder in einer von Hysterie erfassten Stadt und wirft einen düsteren Blick auf das Deutschland vor 1933. Langs Erzählweise legte gesellschaftliche Tendenzen offen, lange bevor sie sich politisch voll entfalteten.

Der Filmkritiker Siegfried Kracauer, der 1941 in die USA emigrierte, deutete diese Werke später politisch. Er argumentierte, Langs Filme zeigten eine Gesellschaft, besessen von Ordnung und Autorität, ängstlich vor Schwäche und anfällig für starke Führungsfiguren. Kracauers Analysen halfen, die tieferen Botschaften des deutschen Stummfilms zu entschlüsseln – als kollektive Projektionen einer gequälten Nation.

Der Vortrag bietet Einblicke, wie Langs Filme die Gefahren ihrer Zeit vorwegnahmen. Erwartet werden historische Einordnungen, Filmanalysen und eine offene Diskussion. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Quelle